Stand up for the last resistance

Tja, da hab ich doch schon so manches Mal in leicht überalkoholisiertem Zustand meine Klappe nicht halten können, wenn mir die neue Bildungselite von den Vorteilen des standartisierten Abschluss namens Bachelor vorgeschwärmt hat und was soll ich sagen,, zufällig bin ich beim stöbern auf spiegel.de auf einen Artikel gestossen, der mir von professioneller Seite her recht gibt. Den Artikel findet ihr hier, meine Meinung im Anschluss.

Hier ist sie also, meine komplett unvoreingenommene, maximal an wenigen Stellen polemisierende Meinung:

Für mich ist die langsame (oder in diesem Fall beschleunigte) Abschaffung der bestehenden Bildungswege nur ein weiteres Zugeständnis unserer Regierung an die Wirtschaft und den ungebrochenen Glauben an die amerikanischen Werte. Ja, auch mir ist bewusst, dass DIESE Schnappsidee dieses Mal nicht allein den Amis zuzuschreiben ist, aber I blame the goverment. Diese Heuchelei vom effektiven Studium ist für mich nichts weiter als ein erneuter Kniefall vor den Wünschen der Wirtschaft.

Es ging bei einem Studium früher nicht darum, ob man mit 30 schlecht bezahlter Facharbeiter bei VW ist, sondern, dass eine Gruppe von Menschen sich für das Wesen einer Sache interessiert haben. Der Grundgedanke eines erfolgreichen Studiums war es auch nicht, dass das Haushaltsnettoeinkommen damit schon von Beginn an eine besonders hohes sein sollte, nein, es ging darum, dass besonders fähige Studenten evtl. in die Wissenschaft gehen um in ihren Fachbereichen etwas nachhaltiges für die Gesellschaft leisten konnten. Wer dazu zu doof war, der hat seine Dienste halt der freien  Wirtschaft angeboten.

Jetzt ist der „böse Kapitalismus“ endlich auch an den letzten Stätten intellektuellen Widerstands durchgebrochen und wir verabschieden uns vom Ideal des Gelehrten zu Gunsten einer Neuformung des Witschaftsteilnehmers. Das eigentlich traurige ist die Art, wie dies begründet wird: Man müsse nicht mehr für 5 oder mehr Jahre seine Zeit an der Uni verschwenden um dann einen schlecht bezahlten akademischen Beruf auszuüben (Fr. Schawan), man könne direkt nach 3 Jahren mit einem universitären Abschluss in ein erfolgreiches Berufsleben einsteigen. Aber wer will das? Ich meine, mir ist bewusst, dass das Bild vom „Gammelstudenten“, der jeden Tag bis 1 schläft, dann für ne Stunde in die BiB rennt um dann mit Freunden und nem Joint auf der Wiese zu liegen, bis auf wenige Ausnahmen, veraltet ist, aber dennoch verstehe ich nicht, was daran so erstrebenswert sein soll, sich schnellstmöglich in die Mühlen aus Rentenangst, Steuervorleistungen, Nebenkostenabrechnungen, Jobängsten und Gehalt zu bewegen? Warum das für den Staat erstrebenswert ist, leuchtet mir wiederum ganz einfach ein. Studenten kosten Geld und selbst mit der beknackten Studiengebühr bekommt man das Problem nicht in den Griff, also kürzt man das Ganze einfach um ein paar Jahre ab. Dann werden schneller Steuern gezahlt und wir haben bald eine ganz tolle Wirtschaftsordnung, mit ganz vielen tollen Managern und Spezialisten, die dann ganz viel Steuern zahlen und total happy sind, weil sie so viel Geld verdienen.

Wroooong! Wir werden uns noch umsehen, denn es bleibt zu hoffen, dass sich nicht alle an diesem Schmuh der Effektivitätssteigerung beteiligt. Drauf geschisssen, ob junge Leute mit den falschen Versprechungen geködert werden (Auslandsaustausch, internationale Vergleichbarkeit, freie Standortwahl, etc.), auch ein gut ausgebildeter oder zumindest vermeinlich schnell durchgeschleuster Student sitzt auf der Straße, wenn es keine Jobs gibt.

 

Gute Nacht!

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