und sich im keller noch ein Loch gebuddelt.

Ich geb es gerne zu, ich bekomme manche Sachen erst mit, wenn andere schon die Kommentare kommentiert haben, um so verwunderter war ich, als ich dann gestern gemerkt habe, dass die Herren Schäuble und von der Leyen sich nicht erblödeten einander den Ball zuzuspielen und damit die politischen Weichen zur Zensur zu stellen.

Kleiner Einschub: Ich bezeichne Frau von der Leyen hier als Mann, weil sie sich ähnlich doof und machtgeil anstellt, wie unser rechtsdrallernder Servierwagen im faschistoiden Abteil des paranoiden Sonerzuges mit dem poetischen Namen „Bundesregierung“.

Weiter im Text. Auf Spiegel, was es in 2 Jahren nur noch mit Sondergenehmigung gibt, war zu lesen, wie Frau von der Leyen sich gegen die Vorwürfe der Zensur zur Wehr setzte, da sich die Maßnahmen der regierung ja nicht auf die Medien an sich, sondern das Internet bezögen. Ding Dong, die Ironie ist an der Tür, wenn jetzt einer auf macht, dann haben wir aber den Salat. Was zum Henker ist denn das Internet? Nach Lasswell heißt Medium, in etwa Sender von Informationen. Jetzt weiß ich ja nicht, wozu Frau von der Leyen ihren Computer benutzt, ausser um Solitaire zu daddeln, aber wenn man auf das lustige Emblem mit der Weltkugel draufdrückt, dann schieben einen die daraus hervorsprudelnden Informationen, wenn man nicht aufpasst, doch bis ins Büro von Angela Merkel am anderen Ende des Gangs. Tragisch, wie so was zu Wort gelassen werden darf, aber auch damit muss ich leben, wenn ich Meinungsfreiheit postuliere. Ist halt nicht alles Kacke was schlecht riecht.

Herr Schäuble, der fleischgewordene Abhörapparat auf Rädern, geht da doch schon fast erschreckend ehrlich auf die Thematik ein. Ich geb ihm noch zwei Wochen, dann rollt er sich vor die Kameras und faucht irgend so eine arme Volontariats-Maus von der SZ an, dass natürlich zensiert werde, weil das Volk zu blöd ist sich den Arsch zu waschen und wenn es ihn nicht gäbe, würde sie in ner Burka ihrem Mann hinterherlaufen. Recht hat er, was denken sich all diese Liberalen da draussen denn? Eine Demokratie wo jeder denken und am Ende sogar sagen kann, was er will? Da müssen sich einem doch die Spaichen zusammenrollen. 

Gehen wir kurz und danach gehen wir auch schlafen, an den Anfang des Problems zurück. Frau von der Leyen ist besorgt, dass durch das Internet immer mehr Menschen Kinderpornos suchen und (was so auch nicht von der Hand zu weisen ist) im Umkehrschluss durch steigende nachfrage auch ein ganz neues Angebot entsteht. Deswegen müssen alle, die sich auf einer Seite mit eben solchem Inhalt einwählen eben auch auf Listen gespeichert werden. Und damit die das auch wisse, gibt es dann eine extrem gut gestaltete Warnseite, die einen über diesen Eingriff in die Privatsphäre warnt. Finde ich irgendwie gut, dann wisen die Jungs (meistens sind es ja eben doch Männer) wenigstens, dass es falsch ist, was sie da tuen.

Aber anstatt, dass man Geld und Personal investiert um den Produzenten das Handwerk zu legen und damit das Angebot auszubooten, werden lieber erst mal die 50mm-Geschütze auf Spatzen gerichtet, das ist einfacher und gibt so kurz vor der Wahl das warme Gefühl, dass man was für die schwächsten der Gesellschaft tut. 

Zum mitschreiben: Ich finde Kinderpornografie widerlich, ich verachte Menschen, die sexuelle Handlungen an Kindern vornehmen und ich bin für eine harte Verfolgung und im Rahmen unserer Rechtsstaatlichkeit auch Verurteilung von allen Beteiligten an Kinderporonografie. ABER es geht nicht arum ein paar Vollkloppis auf ner Liste zu haben, sondern darum das Übel an der Wurzel zu packen!

So, danke Frau von der Leyen, zumindest weiß ich jetzt, wie das mit den Gesetzen geht. Schnell dem Praktikanten irgendwelche Ideenfetzen hingeworfen, die man sich beim aufwachen auf die Antidepressiva-Packung geschmiert hat und dann das Ding mit Kuhaugen durch die Versammlung gegrinst. Nachbessern statt planen. Kenn ich, nenn ich Urlaub. Und das Beste, Wolfgang der alte Parteiflitzer kippt vor Freude fast aus seinem Stuhl, denn jetzte ist er nicht mehr der Einzige, der dem Volk nicht auf´s Maul schaut, sondern drauf haut, oder es schlicht verbietet. Ich freu mich riesig, das wird alles noch ein Spaß.

 

Ich halte es da mit Dieter Nuhr und seiner Interpretation von Zensur: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten.

 

In diesem Sinne, Glück auf Freunde!

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4 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemeines

4 Antworten zu “und sich im keller noch ein Loch gebuddelt.

  1. werbespott

    „…war zu lesen, wie Frau von der Leyen sich gegen die Vorwürfe der Zensur zur Wehr setzte, da sich die Maßnahmen der regierung ja nicht auf die Medien an sich, sondern das Internet bezögen. Ding Dong, die Ironie ist an der Tür, wenn jetzt einer auf macht, dann haben wir aber den Salat.“

    Sehr unterhaltsam geschrieben, trotz (oder gerade wegen) des ernsten Themas.

    Ich bin völlig Deiner Meinung, ich denke nicht, das es beid er ganzen Bespitzelungssache um Kinderpornos dreht. Das wurde nur als Aufhänger benutzt um mündigen Bürgern eine funktionierende Zensur des Internets zu verkaufen.

  2. lebambi

    Es ist einfach interessant zu sehen, wie schnell bei kritischen Fragen zwischen den Zeilen zu lesen ist was hinter dem Ganzen steckt. Aktionistischer Moralismus auf der einen Seite, machtgeile Paranoia auf der anderen. Die vordergründig vorgetäuschte Sorge um die schwächsten Bürger ist nichts anderes als ein schlecht formulierter Rechtfertigungsversuch um dem unmündigen Bürger diese Zitrone unterzuschieben.
    Ich denke wir alle finden, das etwas gegen Kinderpornografie getan werden solle, aber wenn ich dafür meine Freiheit aufgeben soll, dann muss eine Alternative her.
    Nich stört vor allem, dass es sich dabei in meinen Augen um eine „Hau-Ruck-Aktion“ handelt, der Entwurf ist schlampig formuliert, tageweise funktioniert die Überwachung sowieso nicht, also kann man nur davon ausgehen, dass dann halt Pädophile am Wochenende abgehen, denn da ist noch keine Überwachung geplant.

  3. fabiang666

    naja, und das kinderpornos mit sicherheit nicht über webseiten verbreitet werden hat denen auch noch keiner gesagt. was usenet IRC-Chat-Bots mit p2p torrent links sind oder was das thor netzwerk ist. all das geht an zenursula und „schäbi“ schäuble vorbei.

  4. lebambi

    @fabian666 sicherlich hast Du Recht, was die heavy User angeht, dennoch ist es nicht ganz falsch, dass es auch öffentlich zugängliche Seiten gibt.
    Was aber letztendlich nur die Forderung nach einer Alternative fördert. Denn eben da muss man an die Produzenten und über die an die Konsumenten. Nicht über alle an die paar Idioten die Pädophil UND rückständig sind…

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