Ich gehe am Sonntag nicht wählen.

Nichtwähler haftet immer ein Hauch von „Antidemokraten“ an. Als nichtwähler ist man schuld am Faschismuss, Despotismus, Pest und Hungersnöten. Man nimmt dieses heilige Geschenk sein Kreuzchen auf einem Papier (recycling natürlich) zu machen nicht wahr. Dafür sind tausende tapfere Soldaten am Omaha Beach gestorben. Wählen gehen sind die grundfesten der Demokratie, bla bla.

Sind sie das wirklich? Was passiert denn wenn wir unser Kreuzchen gemacht haben? Wird dann Frau Ypsalanti ehrlich? Beschäftigt sich Frau von der Leyen erstmal mit einem Thema bevor sie Gesetzte macht? Welche Auswirkung hat denn das kreuzchen wirklich?

Bei der Bundestagswahl 2002 blieb jeder fünfte Wahlberechtigte zu Hause. Die Nichtwähler sind seit langem die drittstärkste Kraft in Deutschland, was ein Ausdruck von Politik Verdrossenheit ist.

Die Nichtwähler haben aber keine Lobby wie die Olbarone oder die Stromkonzerne. Dafür aber ne menge an Gegenwind. Gerne werden vom Staat (mit steuergeldern) Werbespots mit Prominenten produziert, die uns sagen, dass wir unsere Stimme nutzen sollen. Dabei fühlen sich die Promis immer ganz schön bedeutend und Sind stolz auf sich, dass die sich ja ganz toll politisch engagieren. Wenn aber mal der Aufwand und das Geld lieber darin investiert werden würde, um mal klar zustellen wieso es keinen sinn macht zu wählen und was die machtpolitiker in diesem land schon alles zerstört haben, dann wäre das geld sinvoller eingesetzt.

ich denke gerade ernstahft nach einen verein der nichtwähler zu gründen, die einmal im Jahr im Spiegel eine Doppelseite buchen und da beschreiben wieso man nicht wählt.

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28 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemeines, Gesellschaft, Politik

28 Antworten zu “Ich gehe am Sonntag nicht wählen.

  1. Jaha… und wie schon gedacht bin ich die erste die kommentiert. Und zwar wutentbrannt. (Deshalb nimm es nicht persönlich, du bist und bleibst einer meiner besten Freunde, völlig egal was ich hier schreibe. Politik ist ein anderes feld ;))

    1. Ja, du hast recht, wer nicht wählen geht, scheißt auf die Demokratie.
    2. Wenn du mit der Politik nicht zufrieden bist, heißt das nicht, dass du einfach nicht wählst, denn dadurch änderst du erst recht nichts.
    3. Wenn tatsächlich alle, die nicht wählen gehen sich beispielsweise für die Pogopartei entscheiden würden, weil die wenigstens ehrlich zugeben, dass sie nur saufen wollen, dann hätten die eine deutliche Mehrheit.
    4. nur weil man nicht wählen geht, heißt das nicht, dass nicht noch schlimmere Arschlöcher an die Macht kommen als die, die wir jetzt schon haben und dich noch viel mehr als jetzt in deinem täglichen Leben extrem beeinflussen. Zum Beispiel, weil sie keine italienischen Fahrzeuge mehr fahren lassen wollen und und und…
    5. Nichtwählen ist feige und faul und GROB unhöflich denen gegenüber, die versuchen diese Demokratie zu retten.
    6. Ich lese nichts von einer Alternative, wo ist sie denn???? Zurücklehnen und sich seinem Schicksal hingeben solange es nicht am eigenen Leben/Portemonaie weh tut?

    Da kann ich nur den Kopf schütteln.

    Und hab dich trotzdem lieb! 😉 :*

  2. fabiang666

    jeder hat seine art von protest. meine ist heute mal diese. ich bin seit ich wählen darf zu jeder wahl gegangen. dieses mal aber nicht. die plumpen sprüche nerven mich eher und bestärken mich in meiner haltung. eine alternative hab ich genannt 😉
    aber mal ehrlich. wählen ist ja ganz nett, aber man sollte nicht so tun als wenn das jetzt der heilige gral wäre. das hatte ich ja so auch angedeutet.
    wichtiger wäre, dass die leute mal ihre stimme erheben, ein kreuz machen ist bequem. keins zumachen und laufen angebölkt zu werden nicht. sein kreuz machen kommt deinem Satz „Zurücklehnen und sich seinem Schicksal hingeben solange es nicht am eigenen Leben/Portemonaie weh tut?“ ehrlich gesagt auch ziemlich nahe. ausserdem vertritt keine partei meine meinung adequat. laut wahlomat wären es die rechten, wohl weil ich „zuwanderung radikal begzenzen“ ausgewählt habe.

    für mich sind alle parteien leider unwählbar und die stimme ungültig machen, das taucht nacher in keiner statistik auf! nicht wähler ja.

  3. falsch, die ungültigen Stimmen werden extra ausgewiesen…

    und nein, ich sehe es nicht so, dass wählen zurücklehnen ist.

    Es sei denn natürlich du hälst die parlamentarisch Demokratie für nicht die richtige Regierungsform. Denn das erreicht man letztlich damit. Dass diese Regierungsform aufgelöst wird.

    Und nein du hast keine Alternative genannt sondern ebenfalls (zugegebenermaßen sehr eloquent) plumpe Sprüche gebracht. Wieder als Einwand: wenn du dieses Regierungsform abschaffen und etwas neues schaffen willst, etwas besseres, dann ist dein Weg der Richtige. Nichtstun und andere davon zu überzeugen es auch nicht zu tun.

    Aber gut, dann denken wir das mal zu Ende. Stell dir vor zur Bundestagswahl geht keiner hin (was utopisch ist, weil die Rechten sicher wählen gehen und die ganz linken auch), aber nehmen wir es mal an. Was ist dann Fabian? Was ist deine Idee?

    Das meine ich mit zurücklehnen, was denkst du denn wie es dann weitergeht?

  4. und nicht wählen zu gehen ist am allerwenigsten „seine Stimme erheben“ und auch alles andere als aktiv. Dann ist es eher ein Statement zu sagen man geht hin und schriebt „UND TSCHÜSS IHR IDIOTEN!“ auf den Wahlzettel…

  5. fabiang666

    „falsch, die ungültigen Stimmen werden extra ausgewiesen…“

    aber nicht in den nachrichten!

  6. fabiang666

    „Und nein du hast keine Alternative genannt“

    seine stimme abseits der wahlurne zu erheben vieleicht?
    das ist nämlich das meiner meinung nach der kern der demokratie ist. das aktive. ein kreuz machen ist nur das „basic“. und was macht man als protest? irgendeine blöde partei wählen? nö
    wie gesagt die ungültigen stimmen werden an dem wahlabend im TV nicht kolpotiert, die wahlverweigerer schon.

  7. vielleicht nicht bei RTLII – in der Tagesschau und den Wahlbesprechungen im Anschluß schon…

    spätstens seit letztem Jahr als die Anzahl der Ungültig-Wähler sprunghaft angestiegen ist und (ich weiß nicht mehr wer) sich erdreistet hat zu sagen, das habe was mit der mangelnden Intelligenz der Leute zu tun. Sie seien einfach zu doof, um einen Stimmzettel richtig auszufüllen…

    😉

    PISA und die Bildungspolitik lassen grüßen 🙂 klassisches Eigentor, selbst wenn es stimmen würde.

  8. fabiang666

    ich verstehe nicht wieso sich soviele leute auf dieses blöde ungültig machen geworfen haben, öffendlichkeits wirksamer sind die nichtwähler. das gibt einen besseren eindruck wie die stimmung im lande ist wieder.

    • und nein, im letzten Jahr waren die Ungültig-Wähler interessanter, weil es als wirkliches Statement gesehen wurde.

      Für das Nichtwählen gibt es tausend Gründe (man hat es verpeilt, man ist im Urlaub, man ist krank und und und.)

      Aber hingehen und den Zettel ungültig machen kann nur 2 Gründe haben (entweder es war Absicht und man hat eine Aussage oder es war unabsichtlich und es war mangelndes Wissen).

      Beides sind Aussagen…

      • fabiang666

        wenn es ein feld „gegen alle“ gäbe, würde ich sofort zur wahl gehen 🙂

      • das glaube ich. Ich wahrscheinlich auch wäre nicht glücklicherweise noch eine Partei aufgetaucht mit deren Zielen ich mich zu 100% identifizieren kann…

        Ist im Übrigen auch schon mal zur Diskussion gewesen, ich fänd das nur sinnig!

  9. fabiang666

    Widerlegte Vermutungen
    Die Vermutung, dass Nichtwähler zum Großteil in sozial schwachen Schichten oder gesellschaftlichen Randgruppen zu finden sind, gilt inzwischen als widerlegt. Auch wenn die Wahlbeteiligung mit wachsender Bildung steigt – Politologe Kleinhenz kommt in seiner Studie aus den 90er Jahren zu dem Ergebnis, dass die meisten Nichtwähler sowohl sozial als auch politisch „Bürger der Mitte“ sind.

  10. nicht wählen zu gehen und da erwähnt zu werden ist nicht aktiv, sorry.

    Abseits der Urne die Stimme zu erheben wäre zu demonstrieren, vielleicht eine eigene Partei zu gründen, aber nicht zu sagen:“Ich mach gar nichts, das finde ich alles kacke!“

    Nur reden ist keine Alternative.

  11. fabiang666

    reden ist aber der begin, man muss nicht gleich eine partei gründen. zum aktuellen zensur thema hat eine bürger initative gestartet von EINER person gleich 100.000 unterschrifen gebracht und beachtung in politik und medien.

    • richtig, da war ich auch nr. 51, die sich damit eingetragen hat. Ist ja nicht so, als würde ich nichts tun. Und die tut auch was, sie redet nicht nur.

      • fabiang666

        ich hab ja nicht von dir geredet. du bist nicht immer im mittelpunkt 😉

      • so war das auch nicht gemeint. ich meinte damit, dass ich keine Partei gegründet habe und auch nicht auf die Straße gehe (um meine vorherigen Argumente mal aufzugreifen), aber dass ich mich informiere, Informationen sammle und verbreite.

        Und die Diskussion war was tun – oder nichts tun. Und eine Petition ins Leben zu rufen und sogar auch sie einfach nur zu unterschreiben ist „etwas tun“.

        Und nicht persönlich werden mein Lieber, das macht man nur, wenn einem die Argumente ausgehen 😉

      • fabiang666

        hach, du warst nur vom thema abgedriftet. es ging ja hier nicht um das was du machst sondern um das nichtwählen generell. persönlich wollte ich da garnicht werden^^

  12. ich bleibe dabei, dass es trotzdem keine Aussage ist…

    das ist wie beleidigte Kinder, die dann halt nicht mehr mitspielen wollen und das ganze Spiel doof finden. Wenn diejenigen dann anderweitig was tun indem sie auf die Straße gehen und politisch aktiv werden, alles gut. Wenn sie einfach nur auf dem Sofa rumliegen und sich toll finden, weil sie nichts getan haben (interessiert die Politiker nämlich nicht, ist denen doch egal…), dann sind sie für mich Menschen, denen die Demokratie scheißegal ist. Dann können wir auch wieder eine Diktatur einführen. Wenn man sich sowieso nicht beteiligen will….

    • fabiang666

      nein das ist falsch. in einer demokratie habe ich auch das recht nicht wählen zu gehen. in einer diktatur muss ich wählen (hab aber da keine wahl).

      • Eine Wahl in einer Diktatur? Wozu? Um die Diktatur an die Macht zu bringen vielleicht. Aber ich kann mich nicht daran erinnern, dass man Adolf hätte abwählen können nach 1933…

        Und sicher hast du das Recht, nicht wählen zu gehen. Aber damit nimmst du dir das Recht, über das Ergebnis zu meckern – meine Meinung.

      • fabiang666

        in der DDR, im dritten reich in nord korea, Sovietunion. überall da mussten die bürger wählen gehen! und sie mussten die herrschende partei wählen, damit die behaupten können sie hätten den wähler auftrag. somit ist nichtwählen ein demokratisches elementares RECHT!

  13. lebambi

    Und da hat er Recht.
    Und was die aufgeführten Beispiele angeht, die Wahlaussagen waren für die jeweilige Regierung repräsentativ. 98,7% SED, 1,3% Nichtwähler.
    Ich glaube wir sind auf einem guten Weg 😉

    Leite kommt mal wieder runter, es ist sowohl euer Recht zu wählen (oder auch nicht), als es auch eure Pflicht ist zu eurer Entscheidung zu stehen (DONE).
    Was es nicht ist, ist es andere zu etwas zu zwingen, zu überreden oder zu verurteilen, weil sie ihr verfassungsmässigen Rechte nutzen.

    Also Kreativgeschwister gehen wählen, Fabian666 tut es nicht. Er entscheidet damit genau so die Wahl mit, wie jeder andere von uns und letztendlich weiß inzwischen jeder, dass nicht wählen radikal wählen heißt, also ist nicht wählen was? Richtig!. Wählen. Fabian verteilt seine Stimme auf 2 Flügel, womit er Stimmen-Splitting betreibt, das ist gar nicht soooo doof 🙂

    • fabiang666

      naja was heisst runterkommen, endlich passiert hier mal was im kommentar bereich 🙂
      ich würde mir mehr solche themen und die beteiligung dazu wünschen. 🙂

  14. lebambi

    Ich nicht, ich will schlafen 😉
    Hast ja Recht, es macht auf jeden Fall Spaß euch beim „streiten“ zuzusehen, aber „nur“ ihr beiden?
    Ist etwas öde, oder?

    😉

  15. werbespott

    Ich bin dagegen, das wir dafür sind!

  16. 🙂 ich finde Fabian und ich machen das schon richtig. Und das nicht wählen radikal wählen heißt ist blödsinn… hab es nochmal recherchiert. Letztendlich ist damit nur denen geholfen, die am Ende gewinnen, wegen der Überhangmandate. Die prozentuale Verteilung der Stimmen bezieht sich nämlich auf die gültig abgegebenen, nicht wie wir gestern versucht haben zu rechnen…

    Und ich überrede hier keinen, darum geht es nicht, es geht um den Diskurs und der ist richtig und wichtig.

    Was das Wählen in einer Diktatur angeht da gibt es sicher 1000 Beispiele. Und wenn es 1,3% Nichtwähler gab ist es auch keine 100%ige Wahlbeteiligung…

    Wie auch immer, meine Meinung habe ich nun genügend breit getreten und zu der stehe ich auch nach wie vor. Fabiang666 sicher auch. Tut unserem Verhältnis keinen Abbruch. Diskurs fördert und ist nicht zu verurteilen.

  17. und btw bambi, du widersprichst dir. Auf der einen Seite sagst du, man soll nicht diskutieren (weil das ja überreden ist) und auf der anderen Seite macht dir der Diskurs Spaß. Dass sich noch keiner von Euch eingeklinkt hat, ist ja wohl kaum unsere Schuld 😉

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