Europawahl und was nun?

Die wahl ist vorbei. Ganz unspektakulär ist sie an uns vorbei gezogen. Ein paar Politiker Kommentare am Sonntag Abend, dann Analysen und schon war es Montag. Die Zeitungen berichten leidenschaftslos darüber, schon gibt es wieder andere Themen. Die SPD ersehnt sich ein Schröder Wunder, die CDU merkt nicht, dass sie einen großen Teil der Wähler verloren hat, die kleinen Splitterparteien sind in Deutschland untergegangen und Lafontaine sieht die Schuld bei den Harz-4 Empfängern.

Aber was ist am Sonntag wirklich passiert? Was interessiert die Deutschen an Europa? Und was die Europäer an Europa?

Europa hat eher rechts gewählt. Der eine oder andere Ideologe gibt dafür den Wählern die Schuld. Denn die Politik hat natürlich nie schuld, hat man sich doch so viel Mühe beim Wahlkampf gegeben und auch an der „Basis“ gekämpft.

Man könnte aus der Europawahl  ersehen was die Leute bewegt, wenn man ihnen zuhören würde. Eine Opel Rettung oder das Wunder von Legende bringt heute keine Wähler mehr zur Urne.  Verlierer sind die Sozialdemokratischen Parteien Europas (SPE): sie stellen 159 Abgeordnete, 56 weniger als bisher und in den Niederlanden hat die radikale Freiheitspartei (PVV) um Geert Wilders 17 % der Stimmen erhalten. Das Musterland des Multikulti.

Nur ehrlich gesagt, neben der noch geringeren Wahlbeteiligung gibt es über diese Wahl nicht weiter was besonderes zu sagen!

Die Menschen glauben immer weniger an die Europäischen Institutionen. Erfolge bei der Wahl hatten EU-Kritische und Fremdenfeindliche Splitterparteien. Der böse Wähler.

Deutschlands Linke (SPD und Linke) erklären sich das Debakel, damit das die Leute nicht wählen gegangen sind und man ihnen ihre Inhalte nicht vermitteln konnte. Nur auf die Idee, dass ihre Inhalte aus dem letzten Jahrtausend sind und für die Probleme der Zukunft keine Lösung mehr bieten sind sie nicht gekommen.

Das  hat der Wähler vor ihnen erkannt und sie einfach nicht gewählt. Das wird er auch in 4 Monaten nicht machen. Bleibt nur zu hoffen, das nicht die antidemokratischen Strömungen davon profitieren. Dafür gibt es aber nur eine Lösung: Die Politik muss sich um die Probleme kümmern die der Bürger sieht und nicht um Killerspiel Verbote, Zensur und die Rettung von zum Untergang geweihten Unternehmen.

Ich freue mich auf eine angeregte Unideologische Diskussion 😉

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21 Kommentare

Eingeordnet unter Gesellschaft, Politik

21 Antworten zu “Europawahl und was nun?

  1. Ja, was soll ich sagen.

    Ich bin gelähmt traurig und schockiert.

    Für mich ist Resignation nie eine Option. Und wenn ich mit der Politik unzufrieden bin oder mich nicht vertreten fühle, dann verschränke ich nicht die Arme und schiebe die Unterlippe vor und drehe mich beleidigt mit Tränen in den Augen in die Ecke, in der Hoffnung dass wenn ich mich zurückdrehe, alles wieder gut ist.

    Dann stampf ich mit dem Fuß auf und setze zu einem langatmigen Vortrag an – wenn ich gut drauf bin, dann krempel ich die Ärmel hoch.

    Ich finde es so schade, dass offensichtlich über 55% nicht von ihrem Recht Gebrauch machen. Es tut mir weh, dass Resignation und wegschauen immer noch für so viele eine Option ist.

    Und nein, der Wähler ist nicht allein daran schuld. Aber er ist auch kein unmündiges Kind.

    Ich hoffe, das war jetzt nicht zu ideologisch!

  2. fabiang666

    nein das war gut, sachlich und differenziert aber mit emotionen 🙂
    55% haben nicht von ihrem recht gebraucht gemacht, da sie nicht denken das es einen unterschied macht und das die leute an dem vorbei politik machen was relevant ist. wozu sollte man wählen gehen? ich bin letztendlich auch nur wegen den killerspielen spontan wählen gegangen.

  3. Das ist aber das, was ich meine. Ich habe das Gefühl nicht gehört zu werden und schmolle?

    Oder – und ich hasse es, das in den Raum werfen zu müssen – ist es schlichtes Desinteresse?

    Denn das obige Argument lasse ich nicht gelten. Wenn ich mich ungerecht behandelt und nicht vertreten fühle, dann tu ich was!

  4. fabiang666

    die frage ist nicht was ist sondern wieso etwas ist 🙂

  5. Wir drehen uns im Kreis…

    jammern und sagen „ich wurde ja auch nicht informiert“ ändert nichts daran, dass der Wähler in der Holschuld ist. Verdammt nochmal – es geht doch auch um Entscheidungen, die ihn betreffen?

    Man darf nicht vergessen, dass die Politiker an der Macht sind, weil wir sie wählen. Ich könnte eher mit diesem Ergebnis leben – und das müsste ich auch – wenn jeder wählen gegangen wäre und wenn jeder fundiert begründen könnte, warum er was gewählt hat.

  6. fabiang666

    nicht ganz drehen wir uns im kreis. das problem war ja nicht „ich wurde ja auch nicht informiert“ sondern „die inhalte sind scheisse“ 🙂

  7. dann mach ich was eigenes…

    ich frag mich nur ernsthaft, ob das wirklich das problem ist…

  8. lebambi

    Ha ha ha ha ha, ich finde es fast schon lustig, aber eher auf diese kopfschüttelnde ungläubige Art, als richtig lustig.
    Die Parteien, die sich bis Samstag noch gegenseitig diverser Vergehen am Volk bezichtigt haben haben endlich ein neues Feindbild: UNS und damit haben sie nicht ganz Unrecht.
    Sie sind die Volksvertreter. Wenn ein Volksvertreter erst an sich und dann ans Volk denkt, dann bekommt er das zu spüren. Natürlich würde der kritische Umgang mit dieser Tatsache Selbstreflexion bedeuten und das ist nicht so ganz das, was ein Politiker heute benötigt um zu Amt und Würden zu gelangen.
    Aber wenn wir nicht so ticken, wie es von uns erwartet wird, dann sind wir halt an ihren Unzulänglichkeiten schuld.
    Was dort offensichtlich vergessen wird, ist, dass wir nicht auf Grund von unpopulären Entscheidungen an unseren Politikern zweifeln, sondern an Hand unentschlossener Handlungen.
    Schmidt z.B. hatte sich gegen die Forderungen der RAF entschieden, obwohl das Menschen das Leben gekostet hat und viele Leben riskiert hatte. Und wer ist noch heute ein Vorzeigepolitiker a.D.?
    Tja, der Unterschied zu unseren heutigen Suppenkaspern ist, dass zu dieser Zeit Menschen Entscheidungen getroffen haben, die Eier erfordert haben UND, dass sie zu ihren Entscheidungen standen.
    Der letzte Politiker, der das Wort „Rücktritt“ in den Mund genommen hat, war Schröder und der hat es als Druckmittel verwendet, wie ein gekränkter kleiner Schuljunge.

    Wenn wir Glück haben fällt irgendwann den Damen und Herren ein, dass Sie Teil des dummen Volkes und dieses ganzen Systems sind. Wenn wir Pech haben, geht es uns irgendwann wie 36, dann gibt es einen Haufen Heulsusen und einen, der die Eier auf den Tisch legt und halt sagt, wo´s langgeht. Die Vorstellung ist furchtbar, aber leider nicht mehr so abwegig, Der Himmel steh uns bei, aber wenn das Denken der Roths, Münteferings, Schäubles, und wie sie alle heißen nicht bald zurück in die Realität findet, werden 40% Wahlbeteiligung bald unser kleinstes Problem sein.

  9. fabiang666

    schön gesagt lebambi 🙂 das hätte ich nicht besser gekonnt!

  10. Wrong.- sorry, aber wieder entbindet Ihr den Wähler aller Verantwortung.

    Der Wähler ist kein 5jähriges Kind, das es sich leisten kann zu schmollen.

    Wenn wir 1933 (nicht 36) nicht wieder haben wollen, dann müssen auch alle mal den Arsch hochbekommen, und sich eben die Politiker nicht mehr als Ausrede für Lethargie nehmen.

    Und – einen wichtigen „Schuldigen“ haben wir vergessen. Die Medien, die sogenannte 4. Macht im Staat, lässt sich bei der Verdummung des Volkes instrumentalisieren – obwohl jeder halbwegs gute Journalist aufschreien müsste.

    Ich schüttel ebenfalls den Kopf, aber ich kann daran absolut nichts lustiges finden.

    • fabiang666

      sorry, das ist eine ideologisierte haltung. der kernpunkt auf den lebambi und ich eingegangen sind ist: um etwas zu verbesser musst du erkennen wieso etwas so ist. bürger zum wählen zu zwingen ist der falsche weg, der richtige weg ist gute politik zu machen. wenn der wähler nicht wählen will ist nicht der wähler schuld sondern die politik. und der vergleich mit 1933 (nicht 1936) hinkt sehr. um hier einen vergleich herzustellen muss man die verfassung der weimarer republik mit der der BRD einfach nur mal vergleichen. wenn die politik versagt hat nicht der bürger und die medien schuld sondern nur die politik!

  11. ich hab den Vergleich ja auch nicht herangezogen.

    Und es ist Quatsch, dass es ideologisch ist.

    Es geht nicht darum, dass man als Wähler für die Politiker wählen geht. Wenn alles gut ist, warum sollte ich dann wählen? Wenn alles ist wie ich es will, warum sollte ich etwas verändern wollen, wenn alles gut ist?

    Wenn mich etwas nervt, dann ändere ich was. Und ich ändere was mit meiner Stimme. Und nicht indem ich schmolle.

    Was erreicht der Wähler denn durch das Nichtwählen???

    Was wir wieder brauchen ist ein Verständnis für das Wählen. Das Wissen, warum ich das tue. Und das völlig unabhängig von den Politikern. Das Argument lasse ich nicht gelten und wenn ich hier bis zum St. Nimmerleinstag gegen die Wand argumentiere.

    Wenn der Wähler nicht wählt schadet er doch nicht dem Politiker sondern letztlich sich selbst? und dann sind wieder die Politiker schuld…

    So ein Blödsinn. Keine Verantwortung übernehmen und dann meckern. Da werde ich wütend.

  12. fabiang666

    „Wenn mich etwas nervt, dann ändere ich was. Und ich ändere was mit meiner Stimme. Und nicht indem ich schmolle.“

    und

    „Was erreicht der Wähler denn durch das Nichtwählen???“

    ist denn das wirklich unverständlich? der wähler geht nicht wählen weil er nicht mehr an die demokratie glaubt. tausche bitte „schmollen“ gegen resignation aus. wieso soll er etwas versuchen zu ändern wenn er nicht daran glaubt das er kann. ich denke es macht mehr sinn nicht von oben herab auf die menschen zu schauen sondern zu versuchen zu verstehen was er will und wieso er so handelt. dann wäre der erste schritt (aus politiker sich) getan.

    „Wenn der Wähler nicht wählt schadet er doch nicht dem Politiker sondern letztlich sich selbst?“

    falsch. er glaubt das es keinen unterschied macht. macht es denn einen unterschied?

  13. er GLAUBT, dass es keinen Unterschied macht. Es macht aber den Unterschied.

    Sicher hast du Recht, wir sind politisch interessierter und vielleicht auch gebildeter als viele der Nichtwähler. Kann man aber den Politikern nicht vorwerfen. Die sind doch froh, wenn sie machen können, was sie wollen ohne das ein Wähler rumnervt.

    Worauf ich hinauswollte ist, dass es natürlich keine Unterstützung geben kann von Politikerseite (s.o.). Und es ist auch nicht deren Verantwortung.

    Es ist die Verantwortung derer, die wollen, dass das demokratische System bestehen bleibt. Also z.B. von uns…

    Wenn wir anfangen, die Bevölkerung über die Chancen aufzuklären, selbst als Wähler und nicht durch eine Partei bestimmt und so gekleidet, dann haben wir eine Chance, das Interesse in die Politik wieder zu steigern. Im Kleinen habe ich das ja an meiner Schwester gesehen.

    • fabiang666

      hm, ist die schöde wahl wirklich der kern unseres demokratischen systems? hat wirklich der bürger die pflicht das demokratische system aufrecht zu erhalten oder die die das system vertreten, also die Politiker. ich sehe das etwas anderes. wenn der politiker an dem bürger vorbeiregiert und er sich daraufhin nicht mehr dafür interessiert ist die politik schuld nicht der bürger. der bürger hat die chance etwas zu verändern, auch mit seiner wahl. aber nicht die pflicht. die pflicht haben die politiker.
      beispiel: die bürger wollen sich schon lange beteiligen, z.b. mit volksentscheiden. nur die werden ja nicht zugelassen von den großen. der brüger hat das gefühl es wird über seinen kopf hinweg entschieden. beispiel: die meisten waren gegen den euro, er wurde aber dennoch eingeführt. was hätte der bürger hier machen sollen um sich gehör zu verschaffen? gab ja niemanden gegen den euro der die macht gehabthätte…

  14. Ist mir neu, dass die meisten gegen den Euro waren.

    und es gab einen Volksentscheid zum Thema Volksentscheide im letzten Jahr. Warst du da?

    Ich nicht.

    Ich hab es verpennt. Weil ich nicht erreicht wurde. Ist das meine Schuld? Oder die der Politiker?

    Ich sage ja nicht, dass die Politiker am Volk vorbei regieren. Ich sage nur, dass es nicht besser wird, indem man resigniert. Und sicher ist es nicht die Pflicht zu wählen im rechtlichen Sinn. Im moralischen aber schon. Wenn ich meine Meinung mittels einer Wahl nicht kundtue, dann kann sie auch niemand kennen. Außer meine Freunde am Stammtisch vielleicht. Das hat was mit meinem Einsatz zu tun, für das was ich will. Und nicht mit der Regierungsfähigkeit der Politiker. Auch einer der super gut reagiert macht es nicht jedem Recht.

    Volksentscheid war wirklich ein super Beispiel… Danke dafür! 🙂

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