Wie eine auszog, die Musik das fürchten zu lehren

Kuckuck.

Da ich gerade auf ein Feedback warte, kann ich ja auch mal getrost etwas ansprechen, worüber ich fast gelacht hätte, bis mir aufgefallen ist, dass es ja eigentlich nicht einmal mit Galgenhumor komisch ist. Eine unserer Lieblingsinstitutionen (neben Staat und GEZ) hat mal wieder zugelangt und das kräftig. Die Gema. Wer alles detailliert lesen will, kann das gerne hier oder dort tun, ansonsten lass ich mich jetzt mal eben zu dem Thema aus.

Fakt 1 Der Musikindustrie geht es schlecht. Das ist nicht verwunderlich, nachdem sich die großen Plattenbosse und auch einige Populärmusiker die Taschen vollgestopft haben, bis die Hosen unterhalb der zumutbaren Grenze hingen. Die Reaktion auf die dafür notwendigen CD-Preise waren Filesharing, rückgängige Verkaufszahlen und zutiefst verärgerte Musikliebhaber. Und wie das so ist, wenn man einer ganzen Gruppe die Spielsachen wegnimmt, es gibt Keile. Da Musik ja etwas geselliges ist und man sich an bestimmten Hackfressen die Hände nicht schmutzig machen wollte, haben wir alle einen anderen Weg gewählt und einfach weniger Scheiben gekauft. Resultat, weniger Kohle, lange Gesichter und die Suche nach nem Sündenbock. Der war schnell und zahlreich gefunden. Musikpiraten, Youtube und der blöde Konsument.

Fakt 2 Die Konzertbranche boomt. Die Kohle, die früher in Musik aus der Dose investiert wurde wird nun, Krise hin oder her, in Erlebnisse investiert. Und eben das sind Konzerte ja, Erlebnisse, die man sein Leben lang nicht vergisst, oder zumindest, an die man sich am nächsten morgen noch erinnert, auch wenn es danach nebulös wird.

Fakt 3 Wenn etwas läuft, dann wollen die Aasgeier ein Stück vom Kuchen ab. Was sag ich Stück, am liebsten hätten Sie den ganzen Kuchen, die Krümel und die Kuchenplatte gleich dazu. Geht blöderweise nicht, also nimmt man, soviel man eben tragen kann. Das zeigt sich an den Ticketpreisen, aber das ist ein anderes Thema, schliesslich bekommen wir ja auch was geboten.

ABER: Jetzt ist auch der hässlichste Vogel unter den Aasfressern leider auf den Trichter gekommen, dass wo Geld ist, die eigene Gier nicht fehlen darf. Die Rede ist immer noch von der Gema. Aber nach so viel Text muss ja auch mal langsam erklärt werden, worum es hier geht. Was also ist passiert? Die Gema hat angekündigt, dass sie in Zukunft mehr an den Konzerteinnahmen verdienen wollen. Nun sprechen wir hier nicht von 10% mehr, oder der Hälfte oder sogar dem horrenden doppelten, nein wir sprechen bis 2014 gestaffelt von 600!!! %. Rechenfehler? Witz? Verspäteter Aprilscherz? Mit nichten, von derzeit 1,9 – 3,6 % der Konzerteinnahmen, möchte die Gema bis 2014 14 % der gesamten Konzerteinnahmen für „sich“ beanspruchen.

Der Zeitraum von knapp 5 Jahren wurde gewählt, um den Veranstaltern die Möglichkeit zur Reaktion auf die neuen Gegebenheiten zu geben und wie die aussehen, das wissen wir. Höhere Ticketpreise. Aber, und da baue ich jetzt einfach mal auf EUCH, nicht mit uns. Weer will kann sich einfachgenau hier für die Online-Petitionen auf Bundestag.de eintragen um das Ganze zu beeinflussen. Gut, dass das vermutlich nichts bringt wissen wir dank Zensursula, aber dies Mal geht es „nur“ um Geld… Oh… Ja, merk ich selbst. Trotzdem, wer nicht kämpft hat schon verloren. Ob ich mich schon eingetragen habe? Nein. Der Grund dafür ist einfach, irgendwie kann ich mich auch nach Folgeleistung und diversen Versuchen NICHT anmelden, seht selbst

Aber jede Stimme zählt mal wieder und ich verlasse mich darauf, dass wir nicht untätig zusehen, wie die Gema sich einen darauf runterholt, dass sie mal wieder gegen das Interesse derjenigen Künstler gearbeitet hat, für welches sie eigentlich eintreten sollte.

Scheißladen!

In diesem Sinne, Küss die Hand

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6 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemeines, Gesellschaft, Musik

6 Antworten zu “Wie eine auszog, die Musik das fürchten zu lehren

  1. werbespott

    @ bambi: Kann den Versuch leider net lesen, zu klein // kein Link mit größerer Auflösung.

    Aber Du hast vollkommen Recht. Gema stinkt. Selbst mir (mit Schnupfen).

    Ich freue mich, das Ihre Ära zuende geht. Viele Künstler vertreten sich mitlerweile selbst. Warum auch nicht.

    GEMA braucht kein Mensch (Vorsicht, die Aussage kann Spuren von Sarkasmus und eigenem Nachdenken enthalten. Vielen Dank.)

  2. lebambi

    Oh, danke für den Hinweis, wird getauscht!

  3. fabiang666

    scheiss gema, ich mag die nicht.

  4. Darf ich freundlichst auf einen grammatikalischen Fauxpas hinweisen: Man lehrt „die“ Musik das Fürchten, nicht „der“. Danke.

    Wohlwollend klugscheißend,
    Kaesemann

  5. lebambi

    Ich habs foll mit die Grammatik!

    Und was soll ich sagen, heute morgen um 4 klang es in meinem Kopf ganz logisch!

    Danke für den Hinweis, wird geändert!

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