Wenn die Bienchen aber mit den Äpfeln und den Birnen?

Meine Fresse…

Es ist schier nicht auszuhalten, wenn man sich ansieht, wie viele verschiedene Dinge gerade von Hern Minhoff und Herrn Rupert Scholz ins Feld geführt werden, um klar zu machen, dass das Internet und seine Nutzer (neudeutsch „User“) wirklich gefährlich sind. DAS Internet, rechtsfreier Raum, Pfuhl für Kinderpornografie und laut Herrn Scholz auch Terrornetzwerk, muss verboten werden. Der CDU sei Dank sehe ich endlich die Gefahren. Hätte ich das alles doch vorher gewusst! Ich hätte meine verschiedenen Community Profile nicht so offen gestaltet, ich hätte niemals bei Amazon („Amazon, Sie nennen Amazon, es gibt aber so viel mehr!“) Bücher und Musik mit kontroversem Inhalt bestellt. Nie und nimmer wäre ich Mitglied dieses Blogs geworden, denn wenn mir etwas fern liegt, dann zu denken.

Ich möchte kotzen, leider wird Bier mit der neuen Steuerregelung wieder teurer, also kann ich mir das nicht leisten. Darüber diskutieren könnte ich, aber dafür müsste ich ins Internet und das ist, wie wir ja jetzt (mal wieder) wissen, zu gefährlich. Leider hat Dirk Hillbrecht nicht alle aus seinem rethorischen Repertoir herausgeholt. Killerspiele steigern die Lust und die Fähigkeit am töten? Herr Hillbrecht, das perfekte Gegenargument hier. Und wer ist dafür? Thomas Bauer von der… Na? Ja, der CDU. Und Herr Scholz, das ist die Partei, für die sie die Hosen runter und die Fahne hoch im Wind wehen lassen. Tja, ECHTE Waffen kennen lernen und Killerspiele online, das ist halt schon ein Unterschied.

Aber sei´s drum, denn die Generation Internet hat ja noch viel schlimmere Pläne. Eine Revision des Urheberrechts. Ist es nicht furchtbar, sich vorzustellen, man müsse die Katze nicht mehr im Sack kaufen? Klappentexte auf Büchern mit einem Stoppschild belegen: „Achtung, Sie machen sich gerade kostenlos geistiges Eigentum zu Nutze!“ Und wenn wir schon dabei sind, runter mit Wikipedia, denn keine Sau kann mir erzählen, dass die Autoren dort jahrzehntelange Forschung auf sich genommen haben um diese Artikel zu schreiben. Nein, die KLAUEN, wo sie nur können. In Lexika, in Zeitungsartikel, ja sogar in der Schulbildung und der eigenen Familie. DIE sollte man mal observieren, dank IP geht das ja. Es sei denn, sie leben nicht in Deutschland. Denn Herr Scholz, wir wollen ja keinem Land zu nahe treten, aber wenn ein Mensch in Brasilien glaubt, er habe das Recht sich (nicht nur) Bildung anzueignen, sondern diese auch noch zu publizieren, dann wissen wir beide ja, wie kompliziert internationales Strafrecht ist.

Es geht jetzt nicht mehr um die Verletzung unserer Grundrechte durch „Zensursula“, es geht um die potentiellen Gefahren durch uns alle (übrigens schön illustriert hier).

Polemik aus*, aber wenn ich mir diesen objektiven Bericht „Unter den (B)Linden“ auf Phoenix heute noch mal durch den Kopf gehen lasse, dann ist geistiger Dünnschiss für Toilette und Thema noch eine charmante Umschreibung.

In diesem Sinne, push the button!

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6 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemeines

6 Antworten zu “Wenn die Bienchen aber mit den Äpfeln und den Birnen?

  1. in gewohnter eloquenter Polemik, aber den Kern triffst du trotzdem. Eben schrieb ein Twitterer ganz treffend:

    @nerd_reynolds „meine wäschespinne darf auch kein rechtsfreier raum sein… wäsche aufhängen hilft echt beim runterkommen nach #phoenix“

    🙂

    Und ich wollte grad die Rechtschreibfehler korrigieren und lese „Fab bearbeitet gerade diesen Artikel“… Jaja bambi, Leute für alles, ne? :*

  2. Fab

    der punkt , um mal die ganze sachliche diskussion zu umgehen, ist: wer gegen die entwicklung des internetz ist, will eine diktatut. anders kann man die moderne nicht aufhalten. oder?

  3. werbespott

    Zwei Worte:
    Chuck Norris.
    QED

  4. Danke für diesen Beitrag, nachdem ich meine Tischkante nach dieser Phoenix Runde fast angeknabbert habe.

    Wäre das Internet national und nicht Grenzüberschreitend (O’Ton Herr Scholz) wäre ja alles anders. #zensursula ik` hör Dir trapsen.

    Gute Nacht

  5. lebambi

    ich hab da zwei freunde, die den Beitrag mit mir gesehen haben und fast vom Balkon gesprungen wären.
    Dieser demagogische Hetzversuch gestern war so durchschaubar, dass ihn die BILD-Gemeinde sicherlich dankbar aufnehmen wird.

    Die Aufgabe eines Moderators muss es sein, zwischen beiden Extremen, die seine Gesprächspartner darstellen zu vermitteln und sich nicht auf eine Seite zu schlagen.

    Setzen 6! Das war ja dann wohl gestern nichts. Das andauernde dazwischen quatschen von Scholz, wenn Hillbrecht dann mal etwas sagen durfte ist wohlwollend als unhöflich zu bezeichnen, die Art, wie man versucht hat unsere Generation, zumindest aber unsere Interessengemeinschaft als Online-Diebe zu kriminalisieren hingegen schon fast strafrechtlich indiskutabel.

    Der Terrorvergleich hätte bei einem Staatsempfang dazu geführt, dass die diplomatischen Beziehungen eingestellt worden wären und die ewig gestrigen Argumente kann ich auch nicht mehr hören.

    Wieder einmal ist der Beweis erbracht worden, dass wir nicht verstanden werden, ja, man uns gar nicht verstehen will. Was ihr altgedienten Bundestags-Anordner vergesst ist, wir sind schon an der Rehe und kein Haufen grenzdebiler Vorschüler!

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