Jetzt Amtlich: Menschenleben weniger Wert als Illegaler Download

Die Geschichte liest sich wie eine unterhaltsame Comedy von Loriot oder Monty Python.

24 Songs für 1,9 Millionen Dollar

Eine Frau aus den USA hatte sich 24 Songs aus dem Netz heruntergeladen. Dummerweise hatte das jemand mitbekommen und die stand deswegen vor Gericht. Das Gericht in Minnesota hatte dann am Donnerstag (heute) entschieden, dass sie  80.000 Dollar pro Song Zahlen muss. Da frage ich mich doch, woher kommt diese Zahl bitte? Für den Preis hätte Sie das Album selber Produzieren können. 1,9 Millionen sollen im Gegenwert zu 24 Dollar für die CD stehen? Wenn sie die CD geklaut hätte, müsste sie vermutlich nur eine kleine Strafe zahlen.

Die Vertreterin des Platten Verbandes dazu:

„Wir wissen die Entscheidung der Jury zu würdigen, und dass sie diese Dinge so ernst nimmt wie wir“

Ahha, ein Leben zerstört, wegen einer CD die heruntergeladen und ein wenig verbreitet wurde. Steht das Urheberrecht über dem Wohl des einzelnen? Ja sie hat eine Straftat begangen, aber die die Milliarden an der Börse verzockt haben, sitzen mit ihren Millionen auf ihrer Villa in der Karibik. Kann es sein, dass die Millionen Bürger nur für das Wohl von solchen Konzernen am leben sind?

Aber das Beste kommt bekanntlich zum Schluss:

Air France will den Hinterbliebenen des Absturzes von AF 447 ca. 24.000€ Entschädigung zahlen. Das bedeutet ein illegal herunter geladener Song ist so viel wert wie ca. 3 1/3 tote Familienmitglieder. Basierend auf einem Ausgangspreis von EINEM (ja einem) Dollar ist das eine beeindruckende Wertschöpfungskette. So macht man aus einem Dollar Millionen. Das muss ich mir merken.

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3 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemeines, Gesellschaft, internet, Website

3 Antworten zu “Jetzt Amtlich: Menschenleben weniger Wert als Illegaler Download

  1. lebambi

    Ich hab das Urteil gelesen und mich gefragt, ob das ernst gemeint sein kann. Ist es und das Beste daran, DAS ist Amerika.

    Wenn sie Clever ist, dreht sie die Lautstärke auf Anschlag, knallt sich Kopfhörer auf die Birne, macht nen Song von Michael Jackson an und bollert sich das Trommelfell bis zum Kleinhirn durch.

    Dann schnell Kopfhörerhersteller, den Anlagenhersteller und MJs Nachlassverwalter angeschrieben, jeweils 4 Millionen gefordert und taub aber glücklich bis ans Lebensende.

    Man man man, keine Phantasie die Kids von heute!

  2. lebambi

    Ach, by the way, stilistisch echt sauber und toll zu lesen, ist übrigens keine Einzelmeinung!

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