So schmeckt der Sommer

trällerte irgendwer Ende der 90er in der LangneseWerbung und animierte so zum Verzehr so toller Eissorten wie Ed v. Schleck, Brauner Bär, oder Flutschfinger. 

 

bombe, dieses Eis...

bombe, dieses Eis...

 

Mein ungeschlagenes Lieblingseis in dieser Liste sexuell geprägter Kaltspeisen ist aber immer noch Ed v. Schleck. Dieses Eis mit dem wahnsinnig anmutenden Lüstling, der das Eis wollüstig umschlungen hält und vor Erregung die Augen verdreht und die Zunge schleifen lässt. Warum das so ist ist schnell erklärt. Während ich in meiner kindlichen Naivität dem Eis selbst den Vorzug gegeben habe, stelle ich inzwischen fest, dass der „Mehrwert“ dieser Süßigkeit eigentlich die Verpackung, genauer gesagt der Deckelspruch waren. Frivole Zoten wie „Mich kannst Du an allen Stellen schlecken“ oder das unvergessene „Gut geschleckt ist halb geschoben!“ werden für immer einen Platz in meinem Herzen und der Liste „Passende Sprüche an unpassenden Orten“ behalten.

Jetzt ist es also endlich so weit. Wir schreiben Juli 2009 und es ist endlich mal mehr als einen Tag am Stück warm… Ok, es ist heiß! Und genau da fängt der Ärger an, denn während alle sich im nass-kalten Frühsommer nach Sonne zu sehnen schienen, geht jetzt das kollektive Gejammer los. Keiner will´s gewesen sein, der mit einem entnervten Rudi Carell Schlager Petrus dazu gebracht hat auf Umluft 180° zu stellen. 

Neben harmlosen Auswüchsen wie Online-Gejammer scheint die Hitze aber auch altersübergreifend noch ein anderes dunkles Gesicht zu zeigen. Die Leute werden ganz schon „massig“, was neben den Bayern wohl keiner versteht, also übersetze ich es mal mit „übellaunig“. So musste ich mich gestern bereits nach 4 Sekunden extrem entnervtem Gehupe aussetzen, weil ich auf einem Parkplatz kurz mit einem Freund die Plätze in seinem Auto getauscht habe. 4 Sekunden!!! Gut die Dame war über 60, aber so eilig kann man es doch mit dem Sterben gar nicht haben, dass man sich von etwas derart harmlosen so in Rage versetzen lässt, oder? Ich habe sie freundlich darauf hingewiesen, dass ein Umweg über die Cardiologie auch nicht schneller ist. Dann bin ich  eingestiegen und fast von einem Transporter nach Hause geschoben worden, weil der Gute Mann hinter dem Steuer wohl Schwitze ins Auge und damit die rote Ampel nicht wahrgenommen hat. 

Ich gebe zu, Achselteich, dunkle Flecken auf der Brust, ein nasser Schnürres und Suppe in der Buxe sind auch nicht meine Idealvorstellung von körperlicher Befindlichkeit, aber können wir nicht mal wenigstens für drei lausige Tage vergessen, dass wir ein „Einig Volk von“ Nörglern sind? Mal ehrlich, sobald es regnet heißt es dann wieder „Na toll, was für ein scheiß Sommer!“ 

Bei meinem Penny an der Ecke wird man für solche Entscheidungsschwierigkeiten („Ich glaub ich hab´s passend, ne doch nicht, halt doch, ach ne!…“) gelyncht, zumindest aber sehr böse mit Blicken taxiert. Also möchte ich mal ein paar Tage nicht bei Facebook etc. sehen wir „furchtbar“ doch diese „Bullenhitze“ sei, sondern strahlende Gesichter halbnackter Menschen, die sich freuen, dass sie ihre mehr oder (meistens) weniger adretten Körper der lieben Gemeinschaft zur Schau stellen können. Es kann doch nicht so schwer sein, mal ein bisschen Zufriedenheit in die erfrostete Seele zu lassen. Oder?

Bietet netten Menschen einen Sitzplatz an, wedelt mit Palmblättern Busfahrern frische Brisen zu, verteilt Eis (nur kein Ed v. Schleck) an kleine Kinder, pflanzt Bäume, liebt euch auf Festivals und wenn gar nichts hilft, zieht nach Sachsen, wer da nicht nörgelt ist ohnehin Ausländer und damit zum Abschuss freigegeben.

Ich für meinen Teil geniesse jetzt den ersten unverplanten Abend seit der neuen Zeitrechnung „Sommer“ und werde mir ein kühles Pils mit Herz gönnen, während ich die Arschgeweihe auf der Schanze zähle und lass euch morgen wissen, warum die Fähigkeit bauchfrei zu gehen noch lange kein Muss bedingt!

In diesem Sinne, Sonne!

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4 Kommentare

Eingeordnet unter Fun, Gesellschaft

4 Antworten zu “So schmeckt der Sommer

  1. Fab

    der klassiker: ihr dürft hier nicht grillen! der rauch zieht in meine wohnung. oder: müsst ihr so laut musik hören??!?

  2. werbespott

    Jaja, so ist das.

    Wir bewegen uns von der Winterdepression über die Frühjahrsmüdigkeit und das Sommerloch hin zur Herbst.. äähm oh, es gibt doch noch Hoffnung!

    Mal ehrlich, egal was ist, die Leute meckern.
    Ist das Wetter diessig hört man allerorts „Scheiss Wetter“. So weit so fair. Scheint die Sonne, ärgert man sich. „Scheiss Wetter, ich muss den ganzen Tag arbeiten“.

    Hat das jett was mit Einstein Relativitäts THeorie zu tun?

  3. Fab

    nee mit dummen nörglern 😉

  4. werbespott

    Hier gibts Ed von Schleck für Große
    http://www.oleoleole.de/blogg/?p=1970

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