Ich bin diskursunfähig

muss ich wohl zugeben.

Klar, das gilt (die Menschen, die mich kennen wissen es) für nur wenige Diskussionen, aber an dieser Stelle muss ich die Segel streichen.

Eben hält mein Kollege stolz die Mopo von heute hoch (Titelseite: Autonome schlagen innerhalb von zehn Minuten in fünf Hamburger Stadtteilen zu… Anschläge auf Luxusautos) und verkündet:

Haben die wieder Autos angezündet und am WE ist Schanzenfest. ich hoffe, dann schlägt die Stadt zurück und erwischt ein paar von diesen Schweinen. Sind für mich der schlimmste Feind, den Deutschland hat. Da sind mir die Nazis lieber, die sagen wenigstens konkret was sie wollen!

….

Ich weiß nicht was ich dazu noch sagen soll. Vielleicht als Zusatzinformation. Nach bisherigen Diskussionen weiß ich (und habe schmerzlich erfahren):

Dieser Mensch fängt an zu brüllen und mit Sachen um sich zu werfen, wenn man in diese „Diskussion“ einsteigt. Eine Diskussion bedeutet auch, dass man sich gegenseitig ausreden lässt. Das passiert nicht. Abgesehen davon ist dies hier ein Großraumbüro mit Call Center. Kundengespräche und Börsengeschehen. Nicht gerade das optimale Umfeld für eine Diskussion mit einem Stammtischparolenschwinger mit cholerischen Tendenzen.

Mein Kommentar war nur:

Du kennst meine Einstellung dazu und ich diskutiere auch nicht mit dir hier im Büro darüber.

Ist das nun der richtige Weg frage ich? Muss man nicht überall und zu jeder Zeit konsequent gegen solche Aussagen gehen? Polemik und Pauschalisierungen gehen mir so gegen den Strich und steigern meinen Blutdruck, dass ich mir schon fast selbst abspreche in der Lage zu sein, eine nüchterne, polemik- und beleidigungsfreie Diskussion zu führen.

Wie diskutiert man mit Menschen, die die Informationen aus der Mopo als gegeben hinnehmen und mit diesem gefährlichen Halbwissen auf die Allgemeinheit zugehen? Die dann, wenn man Gegenargumente bringt, immer lauter und aggressiver werden. Erst recht, wenn man sie auf diesen Umstand hinweist? Dann die Umgebung – ein Großraumbüro mit Kundentelefonaten. Dieser Mensch hat eh schon eine extreme Grundlautstärke beim Reden.

Ich weiß es nicht.

Ideen immer zu mir.

kreativgeschwister

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11 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemeines, Gesellschaft, Politik, Satire, totalerscheiss.de

11 Antworten zu “Ich bin diskursunfähig

  1. nein. man muss bestimmte dinge einfach akzeptieren lernen. idioten gehören in dieser welt nun mal dazu. lieber die energien an nicht-idioten aufbringen, die einfach uninformiert sind.

  2. lebambi

    Wäre der eine Weg. Zumal Leute, die sich Ihre BILDung aus Mopo etc. holen meist etwas schwierige Diskussionspartner sind.

    Der zweite ist umständlicher: Hintergrundinfos sammeln, nen Layout entwerfen und ihm ne Sonderausgabe mit fundierter Berichterstattung hinlegen 😉

    Der dritte ist mir der liebste: Korken in jede Öffnung, die unerwünschte Geräusche macht, ihm 5 min. sachlich erklären, was abgeht und dann nen Korkenzieher und nen ruhigen Augenblick allein!

  3. 🙂 auch ne Möglichkeit…

    ok, ich warte noch auf mehr Tipps, die auch verhindern, dass ich diesem Menschen, der 9 Stunden pro Arbeitstag im Schnitt an meiner Seite sitzt, irgendwann unfassbare Schmerzen zufüge.

  4. Flotzge

    hmm,
    ich denke, eine diskussion mit ihm bringt einfach nichts … er kann einfach nicht mit dir mithalten …

    deshalb bevorzuge ich die lösung mit den unfassbare Schmerzen zufügen …

  5. hm, also das Dummheitsargument und mich intellektuell über ihn stellen ist auch nicht meins 🙂

    • Flotzge

      naja, das hat nichts mit seiner dummheit zu tun, er ist sicherlich etwas zu engstirnig und auf seine meinung so eingeschränkt, das da einfach zwei welten aufeinander prallen, die sich solange gegenseitig aufreiben, bis es zu unfassbaren schmerzen führt …

      ich hab einfach nur die abkürzung dazu gezeigt …

  6. Pingback: Ich glaub´ es geht schon wieder los… « Totaler Scheiß

  7. Fab

    ich finde es gibt bei politischen diskussionen eine goldene regel: NIEMALS am arbeitsplatz führen. das gehört da einfach nicht hin. ansonsten trifft man sich einfach nach der arbeit.

    abgesehen davon sind wir dabei auf den weg in eine gewalt spirale in die die gesellschaft nicht kommen sollte. autos abzufackeln ist so ziemlich das dümmste was man „um politik zu machen“ machen kann. die leute dann niederknüppeln zu wollen ebenso. immerhin leben wir NOCH in einem rechtsstaat. und ich hoffe sehr das das auch noch so bleiben wird. denn wen die menschen wieder anfangen mit gewalt politik machen zu wollen, naja wir wissen alle wo das hinführt…

  8. Ja, schwierig schwierig… ist eben eine Henne-Ei-Frage… mache mir dazu Gedanken.

    Habe nur absichtlich etwas Zeit zwischen eingekesselt werden in der Schanze und posten verstreichen lassen, damit ich differenzierter und emotionsloser schreiben kann…

    Und naja: ich halte mich aus diesen Diskussionen ja mittlerweile deutlich raus. Am Arbeitsplatz 🙂

  9. Fab

    ich meinte nicht gewalt um sich selber zu verteidigen 🙂

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