Der Fall Vattenfall

Vattenfall laufen die Kunden weg und vermutlich wundern sich darüber nicht einmal mehr die Grauen Eminenzen in der Führungsebene.

Der jüngste Vorfall in Krümmel treibt die bislang noch Vattenfall-treuen Endkunden scharenweise in die Arme anderer Anbieter. Lichtblick beispielsweise spricht von einem Zuwachs an Anfragen um 400%! Auch andere Anbieter dürfte die fragwürdige Informations- und Unternehmenspolitik des Energieriesen freuen. Denn selbst spezielle Bonusaktionen mit angeblichen Energiekostenreduktion bringen jetzt nichts mehr.

Es reicht ja auch nicht, dass Krümmel 2 Jahre lang vom Netz war und sich kurz nach Wiederaufnahme bereits erneut selbst abgeschaltet hat, nein, man versucht selbst jetzt, da sich jeder halbwegs gebildete Bürger fragt, warum das Ding partout nicht laufen will, noch alles zu beschönigen. Klar, die Brennstäbe sind beschädigt worden und ja, umherfliegende Aluminiumspäne waren wohl der Auslöser, aber man hatte vorher ziemlich sicher alles gecheckt und auch bestimmt sauber gemacht. Irgendwie scheinen die Damen und Herren bei Vattenfall noch nicht begriffen zu haben, dass Information in solchen Fällen eine Bringschuld ist. Und wenn dann eben Nachrichtenredaktionen und sogar Blogger noch vor der Pressestelle die Öffentlichkeit über diese Probleme informiert, dann ist das eben nicht so richtig gut!

Sei´s drum, bei der ganzen Häme gegen Vattenfall frage ich mich doch, warum das nicht viel weitere Kreise zieht. Klar, Lichtblick bekommt neue Kunden, aber auch dort, so munkelt man ist nicht zweifelsfrei geklärt, ob kein Atomstrom  auch KEIN Atomstrom bedeutet.

Machen wir uns nichts vor, Strom wird auf einer Börse gehandelt wie Getreide und auch wenn ich 100 Tonnen Weizen kaufe KANN da mal ein Korn (oder auch Pfund) anderes Getreide reinrutschen. So eben auch bei Strom. Also ist nicht die Frage, bei wem ich meinen Strom beziehe, sondern woher. Und um da gaaaaaaaaaaaaanz sicher zu gehen, sollten wir uns nicht mit der Frage aufhalten, ob die deutschen AKWs sicherer sind als die Japulkustachischen, oder ob Vattenfall der Teufel und EnBW nur ein weiterer Dämon ist, sonder uns ernsthaft überlegen, ob die hohen Energiekosten die wir alle bezahlen nur für neue S-Klassen ausgegeben werden sollte, oder ob man einen Teil davon nicht in die Erforschung alternativer Energiequellen verwenden sollte.

Ja, in der Sahara Solarparks zu bauen ist ne Idee, aber selbst wenn wir das hier zu Lande machen, würde es sich schon lohnen, wenn z.B. mehr Gelder in die Erforschung zur Effizienzsteigerung von Solarmodulen gesteckt würde. Und das ist nur eine Möglichkeit. Wind, Wasser, Wasserstoff… Die Liste ist lang, nur haben wir genug Lobbies, die nichts davon halten, wenn das verbliebene öl dort bleibt wo es ist, wenn man es genau so gut immer teurer verkaufen kann.

Zu erwähnen sind 2 Dinge:
1. So lange niemand etwas für alternative Energieformen tut, sind wir abhängig vom Öl, welches sich irgendwann erschöpft.
2. Ohne Alternative Energien ist es nur eine Frage der zeit, bis sich der Rohstoff Mensch ähnlich dem Rohstoff Öl verhält.

Die Diskussion zur Laufzeitverlängerung, die die dadurch auch schon wieder unwählbare CDU anstrebt ist also nicht nur ein Bruch bestehender Gesetzesvorlagen, sondern vor allem eins: Betrug am Wähler. Ich kann es langsam auch nicht mehr hören. Die Grünen sind schon per se gegen den Atomstrom und neigen auch nicht zu Untertreibung, die Schwarzen verkaufen ihre meinung an den Meistbietenden und die SPD macht alles ganz genau so nur anders, als der Koalitionspartner CDU, Hauptsache es macht Stimmung. Was die Linke und die FDP machen interessiert in dieser Diskussion eh keinen, die Jungs aus der linken Hälfte Deutschlands strahlen bei so viel politischem Zerwürfnis eh über beide Ohren und die FDP ist schon so prostituiert, dass sie inzwischen denken ihre Freier wären Liebhaber.

Also lasst uns aufhören über Laufzeitverlängerungen zu diskutieren und das Übel an der Wurzel packen. Nicht nur „Atomstrom nein Danke!“ sondern „Nein Danke zu Energieschwindel“.

In diesem Sinne, Mutter der mann mit dem Koks ist da.

 

LeBambi

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4 Kommentare

Eingeordnet unter Gesellschaft, Inernet, internet, Politik

4 Antworten zu “Der Fall Vattenfall

  1. Ganz gut, nur fehlt mir noch die Argumentation warum Atomstrom nein Danke?

    Nicht dass ich es nicht genau so sehen würde, mich würde nur deine Argumentationskette interessieren, dann ist es runder…

    • lebambi

      Weil ich nicht an eine Energieform glaube, deren kurzfristiger Nutzen einem langfristigen Problem entgegensteht, welches keiner zu klären versucht.

      Und den Schrott auf den Mars zu schießen bringt ja nichts, denn „Mars bringt verbrauchte Energie zurück!“

  2. werbespott

    Vattenfall ist schon ein ulkiger Haufen.

    Haben mir insgesamt 2X den Stromn abgestellt.

    Das erste Mal wollten sie 180€ / Monat von mir haben. Beachtliche Summe. Mir wurde gesagt,
    ich würde runtergestuft, jetzt wo sie meinen tatsächlichen Verbrauch kennen würden. Pustekuchen, hab mich mit Ihnen weiter rumgestritten weil sie 70€ / Monat haben wollten. Immer noch ZU VIEL, liegt mein defacto Verbrauch bei 20€ / Monat.

    Kurzfassung: In Sachen Kunden(un)freundlichkeit hat die Deutsche Telekom einen würdigen Nachfolger bekommen, Atomstron hin oder her.

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