Bildungspolitik, oder Annettes´ Mondreise

Guten Morgen Erdenbürger, ein neuer Tag, ein neues (nicht topaktuelles) Thema, welches hier zu behandeln noch keiner der Autoren geschafft hat.

Heute soll die Rede vom deutschen Bildungssystem und seiner ständigen Vertretung Anette Schavan sein.

Anette ist eine ambitionierte Dame gehobenen Alters, die gerne viel und wirr spricht, sich durch Themenhopping einem klaren Standpunkt verweigert und mit ihrem tantigen Aussehen wohl die Oberstudienräte von Boden- bis Nordsee in ihren Bann zieht. Was sie nicht ist: Ein Universalgenie.
Und dennoch verhält sie sich so. Mit dem augenscheinlichen Unterschied, dass ein Universalgenie jeden bereich zu 100% beherrscht, während Frau Schavan selbst innerhalb ihres Kompetenzbereichs schon selten eine wirklich gute Figur macht.

Nicht durch, aber auch unter Anette Schavan ist das deutsche Bildungssystem inzwischen dem internationalisierten Machtspielchen um den Bildungsweg Bachelor/Master zum Opfer gefallen und das ehemals hoch angesehene Diplomwesen der Homogenisierung der europäischen Bildungswege zum Opfer gefallen. Selbst Schüler sind seit Frau Schavan zu mehreren Bildungsstreiks angetreten und die G8-Gymnasiasten werden ihr irgendwann in den Briefkasten pinkeln.
Aber nun, da sie den Ausverkauf des deutschen Bildungswesens zu fast 80% geschafft hat wird Anette langweilig. Auf die Frage, die man ihr als Kind stellte, was sie denn mal werden möge, muss sie in diesem Fall wohl geantwortet haben, ein bisschen groß, ein bisschen reich, ein bisschen berühmt, ein bisschen Astronaut und das Ganze ohne Anstrengung. Anders ist nicht zu erklären, warum dieser anbiedernde Gehorsam auf zwei Beinen sich erdreistet ein deutsche Weltraumprogramm zu FORDERN!!!

Ich weiß nicht genau, was die Gute an dem Wort Kompetenzbereich nicht verstanden hat (vermutlich das selbe, wie die SPD am Begriff Kompetenzteam, also das Wort Kompetenz), aber wie kommt Frau Schavan darauf, dass sie a) das Recht hat etwas zu fordern und b) glaubt, sie sei die richtige Person für ein deutsches Raumfahrtprogramm? Ist es ihr astronomisches Gehalt, ihre überirdische Fehleinschätzung der eigenen Leistung oder ihre Erfahrungen, wie man Überflieger benachteiligt? Vielleicht denkt sie auch, dass sie in ihrer Teilberufung als Forschungsministerin dabei sein sollte, wenn der Weltraum erforscht wird, aber sie durchblickt nicht einmal das Bildungssystem, wie soll es dann mit dem Sonnensystem klappen? Ich meine, nicht dass es mich stören würde, wenn man die Gute zum Mond schiesst, meine Befürchtung ist bloss, dass sie da auch keiner will und wir sie halt wieder zurückbekommen.

Abgesehen davon, dass ICH persönlich keine sonderliche Kompetenz zuspreche, so sollte sie, ehe sie nach den Sternen greift eher dafür sorgen, dass wir hier Leute so ausbilden, dass sie dieser Aufgabe gewachsen sind.

Immerhin ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich die Mondfähre klauen lässt relativ gering und von daher bringt sie das Ding wenigstens wieder mit.

In diesem Sinne, grüßt mir Major Tom

LeBambi

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5 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemeines, Gesellschaft, internet, Politik, Satire

5 Antworten zu “Bildungspolitik, oder Annettes´ Mondreise

  1. Ach ja, das Bambi. Immer wieder schöne Wortspiele, aber auch eine Menge Polemik.

    Schon mal drüber nachgedacht, dass bisher noch keiner das Thema aufgegriffen hat, weil sich niemand für KOMPETENT genug hält, das Thema differenziert zu betrachten? Also konstruktive Kritik und so? 😉

    Aber ein Stein des Anstoßes, dieses Thema mal fundiert zu durchleuchten ist es.

    Neben 1.000.000.000 anderer Themen wie Grundeinkommen, Verfassungsschutz, Sinn oder Unsinn einer Bundeswehr, Recht auf Arbeit oder Einkommen, Bodo und die Piraten, Eichhörnchen….

    Ach, ich könnte Stunden so weiter machen. Aber du hast schon Recht. Manchmal hat man zu viele Themen und die lähmen einen dann so, dass man gar nicht schreibt…

  2. werbespott

    Ich weiß zwar nicht (nein, ich bezweifel es sogar stark) das ich das nötige Fachwissen mitbringe um intelligente Kommentare zu diesem Thema abzugeben. Aber aus meiner kleinen Warte als Privatperson kann ich zumindest sagen, das ich die Umstellung auf Bachelor/Master gar nich so übel finde. Trotz der bösen, bösen Internationalisierung, ne….

  3. lebambi

    @ Christine: (Polemik aus) das Thema stand schon zur Diskussion, vergangenes Jahr wurde ein Raumfahrtprogramm gecancelt, welches für 350 Mio EUR eine deutsche Sonde zum Mond schiessen wollte. (Polemik an) und jetzt kommt Frau Bildungsministerin, mitten in der Krise und denkt: Hey, warum nicht zum Mond fliegen?“

    @ Nils: Na ja, wenn man davon ausgeht, dass ein Diplom einen a) dazu berechtigte einen Doktor zu machen und b) einfach viel mehr ausgesagt hat, als der Bachelor, der mir irgendwie vorkommt wie so`n Abi für Ehrgeizige, dann war Diplom einfach eine wertigere Ausbildung. Master ist mit dem Dr. nicht zu vergleichen, aber das Diplom steht zwischen Bachelor und Master.
    Was war denn so verkehrt an einem international angesehenen Studienabschluss?
    Versteh mich bitte richtig, nichts gegen Verbesserung, aber die sollte doch zumindest stattfinden, oder?

  4. Also um das mal festzuhalten: Nicht mit jedem Diplom konntest du einen Dr. machen. Das ist falsch. Ich kann mit meinem FH-Diplom keinen Dr. machen…

    Die Internationalisierung soll eben Dinge vereinfachen. Das sehe ich auch ein. Und ist auch fein, denn vielen war das Diplomstudium zu lang. Ich bin dennoch froh, ein Diplom gemacht zu haben. Warum eigentlich? Ich mein ich hab 1 Jahr mehr investiert und hab trotzdem die gleiche Berechtigung und muss den nächsten Schritt machen, um den Master zu bekommen. Aber ich bin vielleicht konservativ.

    Problematisch sehe ich an, dass es keine große Lehrplanumstellung gegeben hat. Nun müssen die Inhalte aus vormals 4 Jahren in 3 Jahren umgesetzt werden. That sucks… Frag mal die ersten Bachelorabsolventen…

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