Offener Brief an Zensursula

Sorgenvolle Grüße

Sorgenvolle Grüße

Sehr geehrte Frau von der Leyen,

ich mache mir ernsthafte Sorgen um ihre politische Karriere, ja vielleicht sogar um Sie selbst, so als Mensch Politikerin!

Nachdem Sie jahrelang regelmässig nahezu regelmässig als Familienministerin tätig waren (wer sonst, bei dieser tollen Familie?), bürden Sie sich nun in meinen Augen zu viel Verantwortung auf. Ich verstehe ihre Angst vor dem Internet, mir selbst ist es nicht geheuer, da ich mich in meinem so genannten Spam-Ordner täglich einer Flut von Mails ausgesetzt sehe, die mich an meinen inneren und vor allem äusserlichen Qualitäten zweifeln lassen – das ist nicht schön.

Auch die Tatsache, dass die meisten Amokläufer in einem bestimmten Alter diese furchtbaren Killerspiele spielen macht mir Angst. Ich glaube, wenn wir die abschaffen würden und dafür jedem Bürger den Zugang zu Waffen in Vereinen erleichtern würden, wie es süddeutsche Kollegen Ihrer Partei gefordert hatten, dann hätten wir hier bald ganz andere, geordnetere Zustände.

Aber ein Mensch allein kann diese Aufgabe doch nicht schaffen. Und Herr Schäuble, der sich als Unterstützung angeboten hat, der muss sich ja erst einmal um die 82 Millionen potentieller Terroristen in unserem Land kümmern.

Ich weiss nicht, ob meine Kompetenzen in diesem Bereich ausreichend sind, aber ich würde mich anbieten Ihnen zu helfen. Gemeinsam können wir es schaffen, solche üblen Gedanken wie die freie Meinungsäusserung auszumerzen.
Immerhin wissen wir beide, wie übel es enden kann, wenn man einfach so über alles sprechen darf, was man will. Sie haben Probleme mit ihren Fahrtenbüchern, ich möchte nicht, dass jemand erfährt, dass ich heimlich mit Herrn Steinmeier sympathisiere, weil er vier Millionen neue Arbeitsplätze schaffen will. Btw. Hut ab, DAS nenne ich mal ne Ansage, so kurz vor der Wahl.

Und ich, in meiner Funktion als Kundenberater, weiss auch wie wichtig es ist, Daten seiner Klienten möglichst detailliert aufgelistet zu haben. Deswegen verstehe ich auch nicht, warum Ihr Ansinnen nach Vorratsdatenspeicherung nicht unterstützt wurde und wird. So kann man doch nicht arbeiten.

Ausserdem habe ich mal gerechnet. Bei dieser Online-Petition von subversiven Kretins aus dem Dunstkreis des Internet gab es 130.000 und ein paar zerquetschte Unterzeichner (ich war nicht dabei, zumindest kann das niemand ohne Vorratsdatenspeicherung beweisen). Wenn man da jetzt mal die restlichen 82.339.458 (Stand Juli 2008, ja ich weiss…) Bundesbürger gegengerechnet, dann hat gerade mal 0,15% der Bevölkerung ein Problem gehabt mit Ihrem (bitte entschuldigen Sie den Ausdruck) „Zensursula-Gesetz„. So was kann und darf man natürlich in einer „Demokratie“ nach Ihren Massstäben gar nicht erst einreissen lassen Deswegen finde ich es auch gut, dass Sie die Petitionszeichnerin nicht haben hören lassen (ist auch schon wieder so ein dummes Gesetz, dass dem Volk zu viel Macht gibt). Zensursula… Das ist doch ohnehin einfach nur gemein, bei so viel Wohlwollen.

Wie mit „denen“ zu verfahren ist, dass überlassen wir Herrn Schäuble, der hat irgendwie immer tolle Ideen, wie man Deutschland sicherer macht.

Ich habe auch schon einen Plan.
Wir sprechen mal mit Leuten, die wirklich Ahnung davon haben, wie man mit so einem Volk umzugehen hat, dass doch tatsächlich glaubt, die freie Meinungsäusserung sei etwas unveräusserliches. Ich versuche gerade parallel Kontakt zu Ajatollah Chamenei, Mahmud Ahmadinedschad und Hu Jintao aufzubauen. Ich gebe zu, dass mich natürlich auch die Dienstreise nach China reizt, aber das sollte für uns beide nicht im Vordergrund stehen. Vielmehr denke ich, dass wir eine Competence Task Force bilden könnten.

Ausserdem sollten wir mal bei Orwell nachlesen, wie das noch mal mit dem „einige sind gleicher als andere“ aussah, denn immerhin ist es in meinen Augen eine Frechheit, dass man Sie zwingen will, ihre Fahrtenbücher offenzulegen.
Ich kann Sie gut verstehen. Ich würde auch nicht mit wildfremden Leuten mehrmals wöchentlich von Hannover nach Berlin fahren wollen. Andererseits fände ich es ebenfalls doof, wenn die Leute, die mich in teils sehr privaten Momenten erleben Nachbarn von mir wären. Und bei 2 Dienstwagen braucht es natürlich 2 Fahrer, wo leben wir denn? 1 Mann kann doch nicht 2 Autos fahren, das ist schon rein technisch nicht machbar…

Ich schlage als vor, wir treffen uns mal zum freien Gedankenaustausch, Sie können wir entweder einen ihrer Dienstwagen schicken und wir treffen uns in Berlin/Bonn/Hannover, oder Sie kommen auf einen Kaffee bei mir vorbei, wenn Sie rechtzeitig Bescheid sagen, backe ich auch Kuchen.

In diesem Sinne, die Gedanken sind frei dabei…

LeBambi

P.S. Frau von der Leyen, ich hatte ja bislang nicht das Pech Vergnügen einer persönlichen Begegnung.
Falls Sie es also mit der Satire nicht so haben sollten, bitte ich Sie mich nicht direkt zu verklagen, evtl. können wir den Text ja nochmals gemeinsam durchgehen um ihn zu zensieren korrigieren, damit er Ihnen auch gefällt?

 

I´ll be there 4 u

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4 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemeines, Fun, Gesellschaft, internet, Politik, Satire, totalerscheiss.de, Website, Zensursula

4 Antworten zu “Offener Brief an Zensursula

  1. hahahahahaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!

  2. Fab

    Seehr geil^^ ich mag die fotos. aber vorsicht. sonst verliebt frau leier sich noch in dich!!!11 eins eins elf

  3. Volker Hett

    Ich würde ja auch gern bei Orwell nachlesen, leider hat Amazon den von meinem Kindle gelöscht.

    Ups, vielleicht sollte ich doch lieber Fahrenheit 451 lesen 🙂

  4. lebambi

    Na ja, Bücherverbrennung ist ja irgendwie so 1930er, ich denke unsere Trendbewussten Politiker werden eine Möglichkeit finden uns den freien Gedankenaustausch zu unterbinden 😉

    Das wirkt dann auch gleich viel souveräner!

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