Neuer Trend im Betriebssport: Blogger verklagen

Das kann doch alles nicht wahr sein

Nun hat es nach dem Trainer und unzähligen anderen Spreeblick erwischt. Ein in der Kritik stehender (nennen wir es mal, um nicht auch noch verklagt zu werden) „Telefondienstleister“ namens Primacall hat einen Artikel aus 2007 (!) von meinem Lieblingsblogger Malte Welding auf dem Kieker.

Nach Spreeblick ist der Streitwert mit 10.000 EUR und das angedrohte Ordnungsgeld mit 250.000 EUR angesetzt. Prima Call, nur weiter so!

Was mich beeindruckt: Spreeblick überlegt, ob Sie nun wie gewünscht den Artikel inkl. Kommentare wirklich runternehmen oder es auf einen Rechtsstreit ankommen lassen. Ich finde, sie sollten es darauf ankommen lassen und würde mich an einem Soli-Fonds definitiv beteiligen.

„Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte wo kämen wir hin und niemand ginge, um zu schauen wohin man käme wenn man ginge?“ (Marti)

Nur in diesem Fall will ich gar nicht wissen, wo wir hin kommen, wenn wir zulassen, dass irgendwelche zwielichtigen Firmen Existenzen zerstören können (zusätzlich zu denen, die sie im Job auf dem Gewissen haben) – und das alles nur, weil hier eine Meinung ausgesprochen wird?

Ich werd langsam immer aggressiver, wie kann das sein? Und wieso greift da keiner ein?

bg, kreativgeschwister

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5 Kommentare

Eingeordnet unter Gesellschaft, internet, Journalismus, medien, Politik, Satire

5 Antworten zu “Neuer Trend im Betriebssport: Blogger verklagen

  1. Zumal es nichtmal eine Meinung war sondern ein Interview mit einem Ex-Mitarbeiter…

  2. werbespott

    Bislang dachte, seine eigene Meinung äußern wäre der Sinn und Zweck von Blogs.

    Versteht mich nicht falsch, ich finde das Beispiel mit dem Trainer oder den oben genannten Fall erschreckend, weil es zeigt das Unternehmen noch immer nicht verstanden haben wie dieses „Internet“ funktioniert.

  3. lebambi

    Ich frage mich, wie „konkret“, Bericht Berlin, oder wie die ganzen politisch und wirtschaftlich motivierten Programme der öffentlich rechtlichen mit ihren teilweise investigativen Berichten damit durchkommen?

    Mir dünkt, nicht die Webizens sind es, die das Internet als rechtsfreien Raum betrachten, sondern es sind die nicht ganz so versierten User, die nun versuchen, das Internet zu zensieren.

    Es war natürlich nicht der „Schöpfergedanke“ des Internet, dass persönliche Fehden, Bewertungsportale etc. Institutionen, Unternehmen, Bürger ja sogar Staaten kritisieren, aber genau so ist es nun und an Kritik gibt es nichts auszusetzen.

    1. Hat jeder die Möglichkeit eine Richtigstellung zu fordern, wenn etwas unwahres über ihn behauptet wird, denn es gibt eine Chancengleichheit im Netz.
    2. Wenn jemand Mist baut, dann gehört das verhindert und Betrug z.B. darf, ja MUSS sogar aufgedeckt werden.

    Traurig, dass in der Juristerei mancher sein Gewissen im Bankschliessfach aufbewahrt und noch trauriger, dass damit der von Politikern so gefürchteten Onlinekriminalität ein perfider Spiegel vorgehalten wird.
    Offlineverbrechen, die online nicht aufgedeckt werden dürfen…

    Brave new world.

    In diesem Sinne, Strg Alt Entf

  4. Und der liebe Herr Haeusler hatte ja Primacall (um mal das Beispiel zu nehmen) angeboten eine Gegendarstellung zu schreiben.

    Wollten sie ja nicht.

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