Was wir hätten beweisen können…

© Schemmi/PIXELIO

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Wir hätten am Samstag in der Schanze beweisen können, dass die Spirale der Gewalt beendet wird, wenn die Polizei sich raushält. Wir hätten beweisen können, dass ein Straßenfest, auch wenn es politische Botschaften sendet, friedlich bleiben kann. Wir hätten beweisen können, dass Rieger und seine Schergen unrecht haben, wenn sie gegen das Schanzenfest demonstrieren. Wir hätten beweisen können, dass die Schanze durchaus noch eine eigene Seele hat. 
Wir haben das Gegenteil bewiesen.

© stixl1967/PIXELIO

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Wir haben bewiesen, dass das Schanzenfest und so auch die Schanze nur noch eine Touristenattraktion sind. Dass es nur noch darum geht zu unterhalten und durchzuschleusen. Mit Franchiseketten hat es angefangen – mit Krawalltouristen (dem endgültigen Beweis für sie) hat es am Sonntag früh gegen 1 für viele sehr enttäuschend geendet.

Auch hilft es nicht viel, dass die Organisatoren* und Teile der Anwohner sich distanzieren. Sicher gibt es Medien wie das Abendblatt, die differenziert betrachten (zum ersten Mal), und eben deutlich machen, dass es Krawalltouristen waren. Nur zu einfach ist es für Bildleserdeutschland, diese Info wegzulassen und sich auf die Seite der NPD zu schlagen – verbietet das Schanzenfest. Danke Ihr Spinner. Ihr seid Schuld an dem Rechtsruck.

Jeder, der gesehen hat, wie die Horde von etwa 200 jungen Hüpfern Richtung Polizeiwache gerannt ist, um die Polizei anzugreifen und zum Spielen herauszulocken, konnte nur den Kopf schütteln. Das Großaufgebot der polizei hatte sich bis dahin auf dem heiligengeistfeld mit Kartenspielen vergnügt. Eine Provokation? Ich bitte Euch!!!

Wer waren denn diese 200 meist nicht älter als 20jährigen???

© matze/PIXELIO

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Entweder sie waren nicht mit viel Intelligenz gesegnet oder sie kamen aus dem rechten Lager. Anders kann man sich nicht erklären, dass eines ihrer ersten Ziele das Plakat der Linken (!) auf dem Pferdemarkt war. Ich denke allerdings es hat mit dem geringen IQ zu tun, dass selbst Krankenwagen und Feuerwehreinheiten angegriffen wurden.
Ich bin immer dafür gewesen, dass die Polizei sich aus dem Schanzenfest heraushält und dass so zu beweisen wäre, dass es ein friedliches Fest ist.

Was habt Ihr mit meinen Argumenten gemacht? Ich muss jetzt um die Ecke argumentieren, dass die Stadt und die Polizei sich diese Krawalltouristen herangezüchtet haben in den Jahren des Fehlverhaltens. Und dann merke ich sehr schnell wie wenig vermittelbar dieses Argument ist.

Wenn ich Euch in die Finger bekomme! Ist nur schwierig Euch in Euren wahrscheinlich gut behüteten Villen am Stadtrand zu erwischen, in die Ihr wieder zurückgerannt seid. Fest der Meinung, Ihr hättet jetzt ein Zeichen gesetzt. Ja. Habt Ihr. Und das ist nicht gut.

© designritter/PIXELIO

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Was Ihr angerichtet habt, könnt Ihr in Eurem begrenzten Horizont wahrscheinlich gar nicht begreifen. Aber Ihr seid verantwortlich für den Rechtsruck, für noch weniger Verständnis der Bevölkerung für essentielle Ziele: Freiheit, Friedlichkeit, ein Stopp der Polizeigewalt und überhaupt ihrer Präsenz als provozierendes Argument, ein Ende der Überwachung im Internet und vor Eurer Haustür.

Wir konnten ebenfalls nicht beweisen, dass die friedlichen Besucher des Schanzenfestes und auch die Rote-Flora-Crew das nicht wollen (auch wenn ich es glaube). Aber wo ist denn dann die Zivilcourage? Es reicht nicht, direkt auf dem Schulterblatt einzelne Barrikadenaktionen zu verhindern. Direkt nach solchen Aktionen hätten diese Vollpfosten direkt zur S-Bahn geleitet werden sollen, ab in die S-Bahn nach Pinneberg – da wo sie hin gehören. Und wir alle hätten uns ihnen in den Weg stellen sollen.

Wir hätten deutlicher machen müssen, viel deutlicher: WIR WOLLEN EUCH HIER NICHT, SPIELT VOR EURER HAUSTÜR UND ÜBERNEHMT DORT AUCH DIE VERANTWORTUNG ANSTATT UNS DIE JAHRELANGE ARBEIT KAPUTTZUMACHEN!!!

Herzlichen Glückwunsch Ihr Idioten.

kreativgeschwister

*Ergänzung: Offenbar lag ich falsch, die Organisatoren haben sich nicht distanziert…

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100 Kommentare

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100 Antworten zu “Was wir hätten beweisen können…

  1. fab

    einfach nur proleten die so tun als wären sie politisch aktiv. oder hier aus SPON:

    Viele Besucher hätten mit ihren Handys Fotos von dem Polizeieinsatz gemacht und die Krawalle sichtlich genossen. „Voll geil, ich warte schon die ganze Zeit“, kommentierte ein jugendlicher Passant den Start der Auseinandersetzung dpa zufolge erfreut.

  2. stern zeigt auch mal bilder vom fest und der kissen schlacht. sonst haben alle wieder nur ab krawall nacht berichtet. http://www.stern.de/panorama/krawalle-in-hamburg-kissenschlacht-und-wasserwerfer-1508715.html

    • fab

      und die bild schreibt von „linken chaoten“. wobei da ernsthaft die frage ist was das mit linken zu tun hat. die randalierer hatten ja nichtmals ne politische aussage….

      • why?

        es ist ganz einfach. das schanzenfest ist eine tendenziell linke veranstaltung (oder sagen wir besser von neutral bis links, darauf sollte man sich einigen können). und wenn diese unangemeldetet veranstaltung eskaliert dann ist der bezug da. und dann kann keiner kommen und sagen „unsere veranstaltung ist das, aber das da ist nicht teil unserer veranstaltung“! die veranstalter müssen einsehen das sie versagt haben. sie haben der polizei vorgeworfen zu provozieren. jetzt ist klar das die veranstalter auch ohne polizei nicht in der lage sind eine friedliche veranstaltung zu garantieren. und das wiederum gibt den behörden und der polizei recht. so eine scheiße!

        und auch wenn das nicht so klingen mag, dies schreibt einer der auch links angesiedelt ist und die polizeipräsenz auch nicht gern sieht.

        das einzige was hilft ist zivilcourage. „haltet eurer viertel sauber! wenn einer eine flasche wirft knallt ihm eine!“

  3. lebambi

    @ Aman: Nein, die Mopo hatte noch die selbe Hoffnung wie wir.
    Zum Redaktionsschluss haben sie einen sehr ausgewogenen Bericht geschrieben und auch das heutige Urteil fällt milde und differenziert aus, was mich wundert und freut!

    Ich werde darauf später zurückkommen…

  4. wie gesagt: auch das Abendblatt differenziert. Reicht aber leider für die Bildzeitungsleser nicht.

    Und mein Mopolesender Kollege hatte trotzdem die Meinung, dass „die Linken Chaoten in der Flora“ schuld sind. „Vielleicht nicht am Samstag, aber in den Jahren davor!“ Und das ist leider die Realität.

  5. Auf den Punkt gebracht! Hab bis Nachts nur vereinzelte Streifenpolizisten gesehn und nur friedliche Feierleute. Kam dann morgens vom Kiez wieder in die Schanze und dachte „was ist denn hier los“. Danke für Penner!

  6. http://de.indymedia.org/2009/09/260795.shtml

    Auch eine Sicht auf die Dinge. Finde ich allerdings zu verbohrt. So ändert man nichts – garnichts…

    Und wenn denn die kapitalistischen Symbole in der Schanze so aggressivitätsfördernd sind, wieso knallt es dann nur zum Schanzenfest?

    Das sieht mir zu sehr nach Party aus und weniger nach politisch gezielten Aktionen mit einem Hintergrund, der etwas ändern will.

    Ich finde es einfach saudumm.

    Und ich würde gern was ändern. Nämlich ein Schanzenfest ohne Polizei (und ja, das ist nicht selbstverständlich, denn es ist laut Gesetzen nicht genehmigt) und keine Überwachung. Das sind Dinge, mit denen ich anfangen wollen würde, weil wir sie ALLE auch nicht verhindert haben. Stattdessen reiten wir uns immerweiter rein und verlieren mehr und mehr die Untersützung, die wir so dringend nötig haben.

  7. Fab

    merkste selbst ne 😛

  8. BrandNewWelt

    dito.

    Den Angriff der 200 schwargekleideten angepunkten Hools auf das PK14 habe ich nicht gesehen.

    Der zeitgleich stattfindende Angriff auf die Polizei
    auf dem Schulterblatt ging von 30 Jugendlichen mit hauptsächlich türkischem Migrationshintergrund aus – die wie angestochen eine Flasche nach der anderen warfen.

    Dass dann 2-3 Hundertschaften sofort einrückten
    ist Geschichte… die hatten keine Wahl mehr.

    Ich kauerte knapp 5 Minuten hinter dem alten Geldtransporter, weil selbst eine Entfernung aus
    dem Gefahrenbereich zu gefährlich gewesen wäre
    – und konnte diesen jugendlichen Vollassis direkt in
    die begeisterten Gesichter blicken.

    Schade…..,
    aber ohne eine Art Bürgerwehr mit Hilfspolizei-Rechten schafft das keiner von uns solche Leute
    in-action aufzuhalten.

    Hätten wir Anwohner es geschafft die Eskalation zu vermeiden – hätten die Cops und der Hool-Kern keine Chance gehabt hier JE WIEDER mit völliger Eskalation zu punkten.

    Ein wunderschönes Fest. Mit traurigem Ende.

    ….

    • Ja, aber eine Bürgerwehr ist schon wieder zu krass… Das ist dann ja auch wieder Polizei. So oder so…

      Aber einfach einen Pulk um diese Leute bilden, sie trennen.

      Ach scheiße, klingt auch schon weder nach Polizei…

      Und interessant: du kannst Türken erkennen? finde ich sehr schwierig bei all diesen ethischen Hintergründen?

      Ich kann mir das nur schwer vorstellen ehrlich gesagt. Hat das noch jemand gesehen?

      • Fab

        wieso schwer vorstellen? krawallmacher gibts in jeder ethnischen gruppe. egal ob türke oder sonstwer. bei den krawall machern haben sich sicherlich alle versammelt die gerne sonst leute schlagen und damit sonst auch immer durchkommen. und bürgerwehren verstärken noch das problem. dann hast du nämlich noch ne gruppierung die man im schach halten muss. von wegen selbsternannte hilfsheriffs….

      • BrandNewWelt

        ich hatte keine Kamera.

        Aber ich war teilweise nur 2 Meter von denen entfernt. Und ich glaube sehr wohl den türkischen Hintergrund erkannt zu haben.
        Die waren alle sehr uniform sowohl physisch, optisch wie von der Kleidung und Frisur.

        Es war direkt vor dem Saal 2 Ecke Eiffler/Schulterblatt.

        Auch ich konnte mir das nicht vorstellen.

      • BrandNewWelt

        …und das mit der Bürgerwehr soll nur heissen, dass ich glaube, dass mit „Umringen“ nichts geht.

        Die waren in Hool-Stimmung und hätten meiner Einschätzung nach mit Schlägerei reagiert.

      • Hm… ich war eben vorsichtig, man weiß ja nie, aus welcher Ecke so ein Kommentar kommt 😉

        Klar gibt es in allen ethnischen Gruppen Krawallmacher, vor allen Dingen, wenn sie hier aufgewachsen sind.

        Ich persönlich kann Türken und Araber oder andere Hintergründe nicht optisch unterscheiden, aber wenn du das kannst 😉

        Für mich sind das alles Krawallmacher ohne Hirn, egal welchen Migrationshintergrund sie haben.

      • Ich sage es ja ungern aber sowas würde bei einer rechten Demo nicht passieren, die sind da irgendwie einfacher gestrickt.

        Wenn ich mir so die Beiträge auf indymedia teilweise durchlese, dann gibt es so viele Abstufungen von links, dass die sich schon gegenseitig in die Haare bekommen.

        Ich würde mich auch als links bezeichnen, aber ich sehe manche Argumentationen dort und fass mir an den Kopf. Kann ich nicht hinterstehen!

      • Fab

        ich sehe mich weder links noch rechts noch sonstwas, da eben die von dir erwähnte „abstufungen von links“ das ganze ad absurdum führt. ebenso muss man auch erwähnen dürfen, dass da auch ne gruppe türken randaliert hat ohne gleich als nazi zu gelten. sonst landen wir gleich bei neusprech und co…. ebenso kann man türken und „araber“ meist recht einfach unterscheiden. ebenso wie ich amis und engländer meist recht einfach unterscheiden kann. oder finnen und russen. oder thailänder und japaner.

    • Fab

      naja, die leute wollen ja gewalt und kravall. da lässt sich auch keine eskalation vermeiden.

    • mensch

      „hauptsächlich türkischem Migrationshintergrund“

      Du heisst nicht zufällig Geller mit Nachnamen und hast Zeit für Nachhilfe? Weil, den Trick hätte ich auch gerne drauf, einen Menschen seinem Äusseren nach einem Land zuzuordnen, noch dazu abends im Dunkeln… Aber klar, von Haaren und Kleidung lässt sich sehr einfach die Nationalität eines Menschen bestimmen. Im Ernst, überlasse das Polarisieren den rechten Parteien und der BLÖD-Zeitung, die haben das besser, bzw. schlechter drauf.

      • Ja, darauf wollte ich auch hinaus… hab es nur netter ausgedrückt 😉

      • Fab

        sorry, das direkt dem rechten spektrum zu zuordnen finde ich polemisch. zwar ist das hier auf dem blog alles polemisch. aber wenn du 20 sekunden mit leuten zusammen bist und sie reden hörst und nah genug dran bist, kannst du schnell erkennen woher er kommt. nen bayern erkenn ich nach 1 sekunde im gespräch oder wenn er sich mit anderen unterhält. jemanden der das bescheibt gleich ins rechte spektrum abzurücken ist schlicht eins: dumm.

        • Belgier

          Also ich bin Belgier und Deutscher! Würdest du das direkt erkennen? Wenn ja kannst du bestimmt auch über Wasser gehen oder?

          Aber ich finde auch das in Deutschland mit der vergangenheit zu verkrampft umgegangen wird

      • ich finde, und da hat er Recht, dass das Wort „Türke“ immer verwendet wird, wenn man „Ausländer“ meint. Und es kann mir auch keiner erzählen, dass er das unterscheiden kann. Sorry.

        • DOCH, und zwar ganz simpel und ohne großes Aufheben: ich wohne nunmehr seit 8 Jahren mitten unter genau DIEsen ‚Jugendlichen mit Migrationshintergrund‘ (um es politisch unkorrekt auszudrücken: der 187-gewollt und nich gekonnt-ghetto-boys-türken-gang) im Viertel zw. Schulterblatt und Christuskirche (von mir gern als Schanzbüttel bezeichnet) und halte mich alles in allem für einen recht tolleranten und differenzierten Zeitgenossen.

          Aber wenn ich dann all-Mai-lich die Gheddo-Boyz, die links und rechts von mir wohnen, ich schon x-mal beim Wände volltagn des Nächtens überrascht habe, was stets mit einem:“Verpiss dich, Altaa – das is unsa 4tel!“ kommentiert wird, laut gröhlend vom Schulterblatt kommen sehe, wie sie gegen Außenspiegel und Fahrräder kaputt treten, Mülltonnen anzünden und jedem drohen, der auch nur in ihre Richtung schaut, dann – mit Verlaub – scheiß ich auf eure ganze politische Korrektheit. Und am nächsten Morgen rufen sie von unten am Fenster mit Engelszungen ihren nichtsahnenden türkischen Groß-/Eltern zu, dass sie sich naTÜRlich keine Sorgen zu machen bräuchten…

          In diesem Kontext kann ich Fab nur beipflichten, dass zumindest ein Gutteil nicht, wie von vielen ach zu gern angenommen, weils ideologisch auch einfach besser zu den Taten/Tätern passt, hochwohlgeborene Mittelstands-Kids mit Zerstörungs-Langeweile im Bauch sind, sondern frustrierte und ghettoisierte junge Türken, die ihr eigenes ‚Verpiss dich, Alta – das is unser‘-4tel in Schutt und Asche legen.

          Leute, wacht auf: das Schanzenfest – ob angemeldet, selbstverwaltet oder wie auch immer – ist zu einem kruden Gewaltexzess verdammt, den NIEMAND aufhalten wird. Die einzige Alternative ist, es sein zu lassen ODER sich mit T-Shirts, Buttons, Flyern, Unterschriftenlisten und Aufklärungstsänden im VORFELD die nötige Akzeptanz und den Rückhalt in der Bevölkerung zu verschaffen, den es Bedarf, um auch nur im ANsatz eine Chance auf Zivilcourage zu erlangen. Und auch diese wird unorganisiert genau NICHTS ausrichten können – denn wer hat schon Bock, sich die Mappe blau & rot hauen zu lassen von Gewaltidioten, die nix anderes in ihren jungen Schädeln hat als Dummheit…

          Die Welt IST nicht schwarz-weiß – aber es sind die Extreme, die Beachtung finden, nicht der ‚graue Mob’… Also sollten wir diesen Schwachmaten mit der gleichen Extremität begegnen, wie sie sie selbst schüren und erwarten – nur, und NUR dann haben Straßenfeste in der Schanze eine kleine Chance, ‚gefeiert‘ zu werden.

      • Fab

        wer ist den bitte „man“??? aber die diskussion ist anscheinend zu ideologisch 😉
        ab wann darf ich türke sagen? wenn ich in seinen perso geschaut habe? darf ich dann nur noch sachse oder ossi sagen wenn ich seinen stammbaum kenne? der dialekt könnte ja so anglernt sein? was ist denn „immer“, hast du da eine statistik oder studie? urgs…. aber: wir schfeifen ab.

      • Fab

        abgesehen davon bin ich mit türken 9 jahren zur schule gegangen, die sprache erkenne ich ganz gut. und ja man kann leute unterscheiden woher sie kommen. spätestens mit der sprache.

      • jetzt sagst du aber auch „man“ 🙂

        also ICH kann es nicht. Und auch da gibt es ja Kurden und Aramäer…

        ich finde das eben zu gefährlich.

      • Fab

        das stimmt natürlich. im zweifelssfall trifft man auf konflikte die man garnicht meinte. ich hab aber auch etwas verallgemeinert. nen bayer oder nen deutschrusse ist für nen iraner vermutlich auch einfach nur nen deutscher. das ist ja auch keine „rassenzuordnung“ sondern nur ne ortsangabe. man sollte die begriffe wie „deutscher“, „franzose“ oder „türke“ etc. auch nicht immer so negativ belegen. ist doch im prinzip scheiss egal aus welchem land er kommt. solange er/sie keine steine schmeisst…. ;-P

  9. Fab

    irgendwelche spinner?

  10. Ich habe lange überlegt ob ich überhaupt auf’s Schanzenfest gehe und habe die ersten Tweets abgewartet, die gemeldet haben, dass alles ruhig ist.

    Dann bin ich hin und es war wikrlich ein schönes Fest! Überall gut gelaunte Menschen, die gefeiert haben, Döner gefuttert und Bier getrunken und auf gefedertem Kopfsteinpflaster zwiscen den Überresten der Kissenschalcht Fußball gespielt haben.

    Ich habe mitgefeiert, die Stimmung genossen und bin dann irgendwann ins Bett und las dort Tweets von zertrümmerten Bushaltestellen und Polizeiwachen, die angegriffen wurden und konnte es nicht glauben.

    Schade 😦

  11. Also das Statement der Organisatoren spricht jetzt nicht unbedingt dafür, dass sie begriffen haben, wie schwachsinnig der Angriff auf die Wache war:
    http://de.indymedia.org/2009/09/260724.shtml

    Was das Fest selbst betrifft, weiß ich ehrlich gesagt nicht, was gegen ein Anmelden spricht. Es sollte außerdem auch aus der Mitte des Viertels organisiert werden und nicht von der Flora allein, in deren Zirkeln ja nicht nur Schanzianer mit Lust auf eine gute Party sitzen, sondern auch Leute außerhalb des Viertels, die das politisch zweckentfremden wollen (ich habe beide Seiten am eigenen Leibe erleben dürfen). Für eine solche Geschichte müssten wir Schanzenbewohner nur mal den Arsch hochbekommen. Dann würde das Fest wahrscheinlich auch ein anderes Ende nehmen und die Vielfalt des Viertels besser abbilden. Auch wenn ich nicht zur Latte-Fraktion gehöre und die Entwicklungen in der Schanze weiß Gott nicht alle begrüße, so ist diese in seinem Phobiestrukturen schon Ausländerfeindlichkeit ähnelnde Antipathie gegen die „neuen“ Anwohner (die kommen natürlich nicht alle nur aus Eppendorf oder Pinneberg) auch wieder etwas besorgniserregend.

  12. Dennis

    Ich verstehe die ganze Aufregung ehrlich gesagt nicht. Warum wollen wir jmdm etwas beweisen? Müssen wir doch gar nicht! Wenn es Leute gibt die Krawall machen wollen, da machen sie es. Das kann man finden wie man will aber man muss sich nicht betiligen. Und meine Güte, wenn jemand aufgrund von Krawallen etwas gegen die politische Linke hat, dann muss der sich sowieso noch politisch bilden…

    • seh ich anders. Ich würde mich politisch links einordnen und halte mich auch nicht für dämlich, aber denke dennoch, dass das ganze einigermaßen krwallfrei abgehen kann. Dann schafft man es nämlich auch, die Massen von seiner Sicht zu überzeugen und wirklich etwas zu verändern. Via Kommunikation. Gewalt erzeugt taube Ohren. Wie man ja sieht.

      Ich habe manchmal den Eindruck, und gerade bei diesem Schanzenfest hat es mich geschockt, dass es überhaupt nicht um Politik geht sondern um eine irre Form von Party…

      Schwach, sehr schwach…

      Und ich habe das Schanzenfest immer verteidigt. Und deswegen musste ich durchaus etwas beweisen. Nämlich dass die Polizei die Gewalt erzeugt. Hat sie aber nicht. Da laufen die Vollidioten (statt wenigstens die Eier zu haben und direkt aufs Heiligengeistfeld zu laufen) Sturm auf eine kleine Wache und verletzen Menschen, die nichts damit zu tun haben, nur damit sie danach feige zurück in die Masse rennen können und zuschauen, wie so ein schönes Fest ein Ende nimmt. Armselig…

      Ich höre dem Schanzenfest jetzt nicht mehr zu sondern (so wie auch in den Kommentaren bei indymedia gefordert) sehe zu, dass ich mein eigenes Ding mache.

      Gut, dass die rechten gemeinsam stark sind. So kommen wir sicher weiter.

      Kurzsichtig!

      • werbespott

        Was mich bei der Ganzen Diskussion nur wirklich stutzig macht ist der Link mit dem Statement der Organisatoren, den themroc oben gepostet hat.

        Demnach fühlen sich die Organisatoren immer noch durch die Polizei unterdrück und zu Unrecht behandelt.
        Halooo?
        Haaaalooooo??

        Da werfen Typen die Fensterscheibe zu ner Polizeiwache ein, und man wundert sich, das das die Polizei darauf hin Maßnahmen ergreift.

        Also da kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln #fail, setzen, sechs.

  13. Ja, sehr schade.

    Damit habe ich die Schanze endgültig aus meinem Tanzbereich gestoßen. Funktioniert auf Pauli alles irgendwie noch wesentlich entspannter und vor allem besonnener.

    Ich hatte gedacht, dass sich die Organisatoren von der Gewalt distanzieren. Haben sie nicht, sondern sogar ausdrücklich dafür ausgesprochen.

    Dann haben sie mich zumindest verloren und auch ihren Bezug zur Realität.

    Unterstützt ruhig weiter die braune Untergrundbewegung durch sinnloses und asoziales Verhalten. Das ist nicht das, was ich mittragen möchte.

    heißt nicht, dass ich nicht weiter auf meine Art gegen den Überwachungsstaat kämpfe, aber die Schanzenfestmenschen sind spätestens jetzt, nach der PM, selber schuld…

  14. Dennis

    Außerdem liegen doch die Ursachen für das verhalten solcher Krawallmacher ganz woanders und da sollte man anfangen Jugendlichen etc eine Alternative zu bieten und nicht so spießig sein und tatsächlich daran glauben, dass alles Frieder Freude Eierkuchen ist. Das ist ja schon echt kjonservative Politikerdenke, was man hier liest teilweise…

    • „konservative Politikerdenke“ – was genau ist das?

      Wenn man sich wünscht, dass das Schanzenfest (auch wenn nicht angemeldet) die Chance begreift 8000 Menschen mit ihrer politischen Aussage zu erreichen statt alle wieder zu verschrecken?

      Es geht doch gar nicht um Friede Freude Eierkuchen. Behauptet ja auch keiner. Aber irgendwo muss man doch mal anfangen, etwas ändern zu wollen statt ständig das Dagegen-Schild hochzuhalten und nichts zu ändern.

      Das ist im Übrigen konservativ.

      Ich gebe dir ja recht, dass viele Jugendliche einfach eine Perspektive brauchen. Aber macht man es jetzt besser, indem man sagt:“Ja geil, wir haben auch keine Ahnung was ihr machen sollt, aber randaliert doch erst einmal, dann wird sicher alles besser!“

      • Dennis

        Naja, der Anfang wäre ein eigenes Programm aufzustellen und nicht einfach nur gegen die Krawallmacher zu sein. Das bringt einfach nichts. Man muss sich von ihnen ganz klar abgrenzen durch ein eindeutiges Programm dem sich möglichst viele anschliessen…

      • Ja Dennis, da gebe ich dir recht. Vielleicht sollte man es tatsächlich mal machen und dann schauen was passiert.

        Ich finde dennoch, man kann durchaus trotzdem gegen die Krawallmacher sein, denn die haben keine eigene politische Meinung, zumindest nicht die die ich die letzten Male gesehen habe. Denen geht es nur um Provokation und ja: Krawall. Ist für mich kein politisches Ziel. Vielleicht bin ich da auch einfach zu politisch ungebildet. Aber mir erschließt sich das nicht.

    • Fab

      das ist leider nen irrglaube zu denken man könnte leute die krawall wollen mit „aktionen und programm“ davon ablenken. es gibt immer schlicht menschen die eben das wollen. egal aus welcher politischen richtung sie kommen.

      • Dennis

        Natuerlich kann man gegen Krawallmacher sein, aber sind wir das nicht schon seit 100000 Jahren? Und was hats bisher gebracht? NIX. Es wird immer Krawallmacher geben, aber wenn es eine groessere, friedliche Gruppe gibt, die fuer ihre Sache einstehen, dann fallen die Krawallmacher auch nicht mehr auf

  15. Also mich macht es echt hoffnungsvoll.

    Haben wir nicht alle, ausnahmslos alle, mit viel schlimmeren Zuständen gerechnet? Nach dem was im Jolly Roger los war? Ich habe einiges erwartet: größere Barrikaden aus Autos, fliegende Brandsätze, eine erneute Flut von Tränengas und Polizei die auf Schaulustige einschlägt wie sie will, weil sie eh nichts zu befürchten haben. Und das alles überall in der Schanze.

    Aber was war? Einige haben das gemacht, was sie konnten, die Unverbesserlichen. Und das waren ein paar Steine in eine Polizeiwache. Ach komm, bitte. Einfachste Durchführung bei größtmöglichem Effekt, das ist doch lächerliche Provokation einer kleinen Gruppe gewesen, die verzweifelt war weil einfach nichts zu machen war. Wollte halt keiner Stress.

    Und genau das ist der Punkt: Niemand wollte Stress, bis auf wenige Idioten. Redet das nicht runter. Auch wenn der Idiot bei indymedia der Ansicht ist, es ginge nur so und man müsse sich mit Allem und Jedem solidarisieren – der wollte doch nur einen tollen Schluss und sich wichtig tun, entschuldigung, wie die Hälfte der indymedia Trolle, die jeden fuck dramatisieren.

  16. BrandNewWelt

    „Und genau das ist der Punkt: Niemand wollte Stress, bis auf wenige Idioten. Redet das nicht runter. Auch wenn der Idiot bei indymedia der Ansicht ist, es ginge nur so und man müsse sich mit Allem und Jedem solidarisieren – der wollte doch nur einen tollen Schluss und sich wichtig tun, entschuldigung, wie die Hälfte der indymedia Trolle, die jeden fuck dramatisieren.“

    So fucking true.

    Das Bedürfnis der selbsternannten linken Gralshüter jeden, der nicht so verschroben starrsinnig ist wie sie selbst sofort als konservativ o.ä zu betiteln – zeugt von ihrer mittlerweile recht gestrig anmutenden Lächerlichkeit.

    Wir haben euch mal fast gemocht und sympathisiert….. aber sorry… das war mal.

    Hate capitalist,
    dislike anarchists,
    love the real people.

  17. mensch

    Meiner Meinung nach haben sich die verbitterten Hirnis bei Indymedia mit ihrem unmöglichen Statement selbst endgültig für eine sachliche Diskussion disqualifiziert. Hauptsache gegen den Staat und wenn man mit mutmasslich rechten Spinnern (Welcher Linke sollte ausgerechnet ein Plakat der LINKEN zerstören) sympathisiert. Wen glauben die eigentlich im Zeitalter von YouTube und Twitter noch anlügen zu können mit ihren „gegen den Staat und alles was mehr Geld hat als wir“ Gerede? Mich jedenfalls nicht.

    • ach ich weiß nicht, ob man die dort alle über einen Kamm scheren sollte. Bin ich nicht so für.

      Ich glaube, es ist eben wieder der Klassiker, dass es unterschiedliche „Radikalitätsgrade“ gibt.

      Ich persönlich wäre auch für eine gerechtere Umverteilung des Einkommens, die Einführung der Vermögenssteuer und Höchstsätze für Steuern und Sozialabgaben abzuschaffen, ein Grundeinkommen einzuführen und mehr Raum für kulturelle Räume zu schaffen. Ich bin ebenfalls von der Mietsituation in Schanze und Pauli (und auch anderswo) angewidert, verwehre mich gegen die totale Überwachung und wünsche mir, dass Eigentum endlich mal verpflichtet. Ich halte auch den Kapitalismus für das falsche System und unter Umständen Anarchie für eine Lösung.

      Aber ich möchte das alles durchsetzen ohne sinnlose Gewalt anzuwenden. Ich möchte, dass das alle, die in diesem Land leben gemeinsam entscheiden. Das ist für mich sozial und gerecht.

      Und wenn sie denn einen Krieg gegen die Polizei führen wollen, dann sollen sie ihn auch direkt führen und nicht unter dem Deckmantel eines Festes. Dann sollen sie bitte auf das Heiligengeistfeld gehen und kämpfen. Und nicht danach wieder in die Menge derer rennen, die das nicht wollen, was sie tun. Das ist feige und hat mit politischem Statement nichts zu tun.

      • mensch

        „Dann sollen sie bitte auf das Heiligengeistfeld gehen und kämpfen. Und nicht danach wieder in die Menge derer rennen, die das nicht wollen, was sie tun. Das ist feige und hat mit politischem Statement nichts zu tun.“

        So etwas würde ich gerne bei Indymedia lesen, aber sobald man sich dort kritisch über die Panne-Aktion mit der Polizeiwache äussert, wird man entweder als Spiesser oder gar „Bulle“ angefeindet, was die dortigen Meinungsführer aus meiner Perspektive umso mehr disqualifiziert. Die Welt ist eben nicht so binär, wie man es bei Indymedia gerne hätte.

  18. lebambi

    Ich werde mich noch ausführlicher zu dem Thema äussern, für´s erste sei gesagt:

    Wenn ich einen Radikalisierungsgrad erreiche, dann weil ich mich unfähig sehe etwas plausibel und vernünftig zu ändern.

    In diesem Punkt würde ich die Krawallkinder sogar verstehen.

    Wenn aber, und das war ja der Fall, dieser Zustand nicht existiert (Polizeipräsenz), dann hat das nichts mit Radikalisierung zu tun, sondern zeigt einfach, wie fab mehrfach gepostet hat, dass es Menschen gibt, die Gewalt suchen. Und wenn man denen jahrelang eine Bühne geboten hat und die dann einfach abbaut, dann hat mensch recht, wird eben nicht von einem auf den anderen Tag Friede einkehren.

    So traurig es mich gemacht hat, es war schon am Nachmittag abzusehen, denn die enttäuschten Gesichter extra angereister Halbstarker mussten sich ja irgendwann zu einer Kausalkette verbinden.

    Und so ist geschehen, was geschehen ist und ich fürchte fast, dass Herr Allhaus noch am nächsten Morgen seine Frau damit genervt hat, von einem Bein auf´s andere zu springen und immer und immer wieder zu wiederholen: „Ich hab´s euch ja gleich gesagt, ich hab´s ja gewuhusst, ich hab´s euch ja gleich gesagt…..!“

    Ja Herr Allhaus, Sie haben es ja gleich gesagt und ich hab´s nicht geglaubt. Hier sind die 5 Euro Wetteinsatz, können wir uns jetzt wieder beruhigen?

    • Fab

      der hat wie bei den glücksittern nen dollar gewettet. mit mortimer…… so ist es halt. es gibt immer irgendwo arschlöcher. die ändern sich nicht einfach mal eben so. daher funktioniert auch keine anarchistische gesellschaft. irgendwer kommt immer und tritt die blümchen kaputt oder nimmt sich die macht. und um politisches gings den randalieren wohl auch nicht. schade das die qualitätspresse das nicht richtig dargestellt hat und „linke chaoten“ unter die bilder geschrieben hat. das trifft ja weniger zu. eher chaoten.

  19. Anonym

    Ich habe auch eine Flasche geworfen und möchte mich dafür entschuldigen! Mein Gehirn hat wohl für einen Moment ausgesetzt.

    Ich hab auch einige HSV-Hooligans auf dem Schanzenfest beobachtet. Diese 1887 Leute sind bekanntlich derbe rechts und von daher vermute ich, dass die die Plakate der Linken abgerissen haben.

    • Ja klar 🙂 das alte Schema. Alle HSV = rechts und alle Pauli = links.

      Wäre das schön, wenn die Welt so einfach wäre…

      • Fab

        ein mitschüler hatte mir in der 6ten klasse auf meine federmappe geschrieben „hip hop ist gut“ und auf der rückseite „heavy metal ist schlecht“. so einfach kanns sein…

      • Anonym

        Ich will mich vom Klischee distanzieren! Ich sagte die Hooligans, nicht die normalen Fans!
        Hooligans sind in Deutschland in der Regel eher rechts und die 1887 bzw. Poptown Leute hatten kurze Haare, waren breit gebaut und haben auch einen schlechten=rechten Ruf. Ich sage ja nicht alle ! Das mit den Plakaten war ja ne Vermutung, wobei ich die ERkärung am wahrscheinlichsten finde.

        MfG

    • Fab

      ja du hast vermutlich recht. das „event“ hat prollos von allen seiten angezogen.

  20. aha

    ..ihr habt doch alle keine ahnung.

  21. Fab

    aber ne meinung. kannste mal sehen 😛

  22. Moin erstmal,

    ich will nun auch mal was zu dem Thema sagen.

    Ich könnte mir vorstellen, dass die Krawallmacher eine Mischung aus allen „Lagern“ und Ethnien stammte.
    Das würde die These unterstützen, dass es ausschließlich um Krawall ging. Die Masse aller Erdbeerenliebhaber teilt sich ja auch nicht in Links und Rechts.

    Was mich betrübt, ist die Tatsache, dass sich die Orga nicht ganz klar von diesen Typen distanziert hat.

    Ich hab Nachmittags noch ein großes Transparent mit der Aufschrift „Lieber schwarzer Block als runder Tisch.“ gesehen. Ich hab gedacht, ich seh nicht recht. Das ist doch ne klare Kampfansage. Welcher Penner hat das aufgehängt?

    • naja, wobei das eben eine Sache ist, die ich wieder verstehe.

      Der Bezirk Altona wollte sich mit den Veranstaltern an einen Tisch setzen und das spricht natürlich egegn alles, was das Schanzenfest eben transportieren will.

      Es geht ja eben nicht darum, dass es ein zweites Kirschblütenfest oder Alstervergnügen ist sondern eine politische Aussage. Wir lassen uns nicht vorschreiben, wann wir wo zu feiern haben.

      Natürlich bedeutet das nicht, dass man nicht feiert sondern nur kaputt macht, selbst wenn keine Polizei da ist. Das ist dann dumm.

      und die Aussage war dann eben: wenn wir das Fest nur feiern können, wenn wir es mit Euch veranstalten dann kämpfen wir lieber.

      Ob das jetzt jedermanns Sache ist… weiß ich nicht.

      Aber zumindest den Punkt verstehe ich.

      • „Der Bezirk“ klingt natürlich ganz böse. Es waren alle Parteien (bis auf die Linke, die sich dem meines Wissens populistisch entzogen hat), die sich mit Leuten aus dem Viertel über das Schanzenfest unterhalten wollten. Diese Parteien haben eine demokratische Legitimation, die Politfraktion in der Flora nicht. Die Versammlung wurde aber leider durch einen hereinstürmenden Mob, unterbunden. Dass man nicht einmal ein „miteinander reden“ zulassen wollte, zeigt für mich nur, dass die Flora offensichtlich Angst hatte, ihre Definitionsmacht darüber zu verlieren, was das Viertel denkt. Ich überlasse die Meinungshoheit über das Viertel aber nicht einer altgedienten und demokratisch nicht legitimierten Polit-Clique und werde daher alles unterstützen, was alle Seiten des Schanzenviertels an einen Tisch bringt: Die Gentrifizierungsgegner, die Obdachlosen, die Unternehmer, die Anwohner, die Gäste. Anders wird man keine Befriedung bekommen. Und dann macht man jedes Jahr gemeinsam ein Fest. Ob man das anmeldet oder nicht, ist mir fast egal. Hauptsache, alle finden sich darin wieder und es gibt keinen Krawall. Das kann so oder so auch eine politische Botschaft haben, die aber dann auch vom Viertel insgesamt erarbeitet worden sein muss. Die in diesem Zusammenhang geäußerte Auffassung der Flora, dass die 8000 Besucher des Festes automatisch ausnahmslos die dort postulierten Forderungen in ihrer Radikalität unterstützen, ist natürlich Unsinn, das weiß auch die Flora selbst, glaube ich.

  23. BrandNewWelt

    Die Parteien haben keinerlei Legitimation sich ins Schanzenfest einzumischen.

    Ich bin nicht für schwarze Blöcke,
    aber ich bin auf jeden gegen runde Tische
    mit irgendwelchen Flachpfeifen, die bloß
    als Lokalpolitiker in die Zeitung wollen.

    Kein Applaus für Scheiße… und schon
    gar nicht für Julis, JuU´s oder Jusos.

    • Fab

      stimmt. dann kommen wieder die profilneurosen heinis hervor. egal ob von einer partei oder sonst woher. abgesehen davon wie will man auch die randalierer die das verursacht haben an einen tisch bekommen?

      wie soll es nun nächstes jahr weiter gehen? ausfallen lassen oder wieder randale? eingangskontrollen in die schanze? verdächtige direkt vorher verhaften? alles keine guten lösungen. daher wird es auch nächstes jahr wieder heissen „die schanze brennt“?

    • Mir zu simplifizierendes Parteienbashing. Hast du ein Problem mit der parlamentarischen Demokratie? Die Parteien sind auch von der Mehrheit der (wahlberechtigten) Bewohner der Schanze gewählt worden. Außerdem sollen ja explizit alle Parteien und auch die Anwohner einbezogen werden, Profilierung auf anderer Leute Kosten ist da kaum möglich. Wer ist denn bitte legitimiert, wenn nicht ein demokratisch gewähltes Parlament? Höchstens doch eine Schanzenvollversammlung. Können wir gern auf der Piazza machen, hätte was.

  24. Pingback: Wer hat Interesse an Randale in der Schanze? | Reizzentrum

  25. Ich will jetzt mal nicht auf jede Diskussion hier eingehen. Nur soviel:
    Full ACK für den Artikel. Ich war auf dem Fest nur bis ca. 17:30 und fand es ganz toll! Die Polizei hat sich rausgehalten und die Menschen haben friedlich gefeiert. Ich fand und finde immer wieder, dass das Schanzenfest ein Beispiel dafür sein könnte, wie ein Stadtteil unkommerziell, ohne Anmeldung und Bürokratie einen Teil der alternativen Kultur auf die Strasse bringen kann, und zeigen kann: So geht es auch!
    Ich liebe es, mich in solch einer Atmosphäre zu bewegen… bis die Idioten kommen und alles kaputtmachen!
    Beim letzten Fest (dort war ich bis ca. 20:30) war die Polizei allgegenwärtig, und das war unangenehm. Aber diesmal haben sie sich tatsächlich rausgehalten! Wie gesagt, ich kann nix zu den Krawallen sagen, weil ich dann schon weg war, aber ich habe im Park so einige gelangweilte Typen gesehen, denen ich zumuten würde, daß sie nur darauf gewartet haben, daß die „Action“ endlich beginnt.
    Ich find es echt traurig, daß „wir“ (ich weiss grad nicht wer genau das ist) es nicht hinkriegen eine echte Alternative zu langweiligen Kommerzfesten auf die Beine zu stellen…
    Ich will die Polizei hier nicht zu 100% in Schutz nehmen: Das ganze Gelände mit Wasserwerfern zu räumen ist nicht unbedingt eine angemessene Antwort. Aber es war verdammt nochmal doch zu erwarten! Brauchen wir denn wirklich eine eigene „alternative Schutzpolizei“ um solche Scheißaktionen, wie den Angriff auf eine Polizeiwache zu verhindern? Das wäre ein echtes Armutszeugnis…

  26. Pingback: Links vom 15. September 2009 | Testspiel.de

  27. lol

    „Danke Ihr Spinner. Ihr seid Schuld an dem Rechtsruck.“ bei so nem geschwafel stimmt auch der titel des blogs.

    wer rechts ist hat schon noch ein paar andere gründe als nur wegen ein paar krawallos die ganzen rechten inhalte zu übernehmen.

    die schwafelei ob das nun enthirnte seien oder rechte – weil die ein plakat der „die linke“ beschädigt haben (das ist nun mal ne scheiß partei, wie jede andere auch) oder weil die angeblichen argumente – wenn die jetzt nicht mehr gültig sind, dann waren das halt keine gescheiten argumente – jetzt nicht mehr zu vermitteln wären, dient einer lediglich moralischen entrüstung.

    daher auch die aufforderung der zivilcourage. ja der ordentliche bürger, der hat gefälligst einzugreifen, wenn euch was nicht passt.

    kritisiert doch mal die krawallhuber! und zwar richtig anstatt von rechtsruck, zivilcourage und ähnlichem rumzulabern. der kiezmob hat alle auf linie zu bringen oder wie?

    bei den krawallos handelt es sich schlichtweg um identitätspolitik, mit der die das sich zusammengebastelte selbstbild als radikale militante nach außen vermitteln wollen. völlig ohne inhalt – denn um was ging es dann in der auseinandersetzung mit der polizei? welchen konkreten zweck außer persönlichkeitspflege gab es denn da?

    • Ja, so einfach kann es sein…

      Ich habe die Krawallos kritisiert, eben genau weil sie einen Rechtsruck zu verantworten haben. Ich habe nicht gesagt RechtsRADIKALruck, das ist doch eine völlig andere Baustelle. Rechts steht für konservativ und hat mit der ursprünglichen Sitzordnung in den Parlamenten zu tun. Die CDU ist zum Beispiel rechts der Mitte (oder mal gewesen, wie auch immer).

      Ich weiß nicht, mit wem du so in den letzten Tagen gesprochen hast. Aber die Menschen, die ich diskutieren gehört habe, sei es in der Bahn oder auf der Arbeit oder sonstwo, haben nun eine klare Meinung „Schanzenfest verbieten, es scheint ja nicht friedlich zu gehen.“ Ist das kein Rechtsruck?

      Und ja, es war mein Argument, dass die Polizei mit Ihrer übermäßigen Präsenz eine Provokation war, die ich selber am eigenen Leib bei einigen Schanzenfesten erlebt habe. Deswegen war das Argument: Lasst die Polizei raus und es wird friedlich. Und ja, da hast du wohl recht, war wohl kein Gutes.

      Und jetzt? Was ist denn nun deine Konsequenz daraus?

    • Fab

      eine kausalkette nach zu verfolgen können ist zugegeben nicht ganz einfach. zumal es hier auf dem blog nicht darum geht solche behauptungen auch für sonderschüler zu erklären. aber ist ja nen freies land, äh blog hier. ebenso wurden die krawall huber hier ja zu hauf kritisiert und es wurde festgestellt, dass sie blöde pisser sind. um es mal deutlich zu sagen. daher verstehe ich „lol“s problem nicht.

  28. Clubhead

    Pinneberger? Genau! Die Heimat von Fettes Brot, Tim Mälzer und vielen anderen Leuten die sicherlich mehr für das Bild Hamburgs getan haben als so manche (auch zugezogene) Leute aus der Schanze. Sorry, aber da solltet Ihr Eure Krawallkids wirklich woanders suchen. Das ist lächerlich.

  29. lebambi

    Leude, lest die Artikel richtig und bleibt auf dem Boden.
    Keiner der hier postenden Autoren hält sich für die allmächtig, geschweige denn allwissend 😉

    Ihr sollt eure Meinung haben, aber bitte seht doch die Meinung von uns Autoren nicht als für uns letzte gültige Wahrheit an.

    Wir sind auch nur Menschen und haben uns, was die letzten Artikel auch aussagen sollen, auch schon mal geirrt!

  30. Finn

    By the way. Ich hab gestern erfahren, wie die FIFA (oder so) mit gewaltätigen Hooligans umgeht. Ich denke, dass ließe sich auch auf „Krawall-Touristen“ anwenden.

    Wenn die einmal „erwischt“ wurden, müssen sie sich am Tag des (nächsten) Spiels bei der Polizei melden.

    Und nun nehmen wir mal an, dass die Polizei einige Krawallis festgenommen hat. Dann könnte man denen ja sagen, dass sie sich beim nächsten Schanzenfest nach um 1 Uhr bei der Polizei melden müssen. Falls nicht: Straße putzen (oder so)!

    Der Ansatz ist jetzt sicherlich kein Allheilmittel aber für Krawall-Touristen dürfte es zumindest schwieriger werden, dann noch (z.B. von Berlin) nach Hamburg zu reisen.

    Ich dachte ich bring man einen konstruktiven Vorschlag.Was meint ihr?

  31. Hansi Schmansi

    genauso peinlich und grenzdebil wie das heute interview mit dem chef der roten flora bzw. seinen aussagen zu den eskalationen auf dem schanzenfest.

  32. Hansi Schmansi

    Aua. Korrigierte Fassung: Genauso peinlich und grenzdebil wie das heutige Interview in der MOPO mit dem Chef der roten Flora bzw. seinen Aussagen zu den Eskalationen nach dem Schanzenfest.

  33. Morgana

    Das haben die Kids super hinbekommen … Freuen wir uns also schon jetzt auf das nächste Fest, sollte es eines geben … 😦

  34. Pingback: Agenda 2010 « Totaler Scheiß

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