„Und das goldene…

Stück Scheiße geht an euch, denn ihr habt´s euch echt verdient. Ihr habt wieder nichts verstanden und nur kopflos randaliert, das goldene Stück Scheiße geht an euch.“ (angelehnt an WIZO)

"Ausgezeichet!"

"Ausgezeichnet!"

Kinder Kinder Kinder, hat man euch denn gar nichts beigebracht?
Es gibt doch so viele Sprichwörter und Songs, die es euch hätten zeigen sollen.
Von „you don´t bite the hand that feeds“ von Grave Plott über, „Man scheißt sich nicht in den eigenen Garten“ bis hin zu „Was Du nicht willst, dass man dir tut…“, nichts, wirklich gar nichts hängengeblieben? Nada?
Nicht mal Glashaus, Steine?

Ok, Steine scheint hängengeblieben zu sein, und bite und Scheiße, aber na ja…

Ich beschreibe jetzt mal gaaaaanz kurz, wie ich exemplarisch die vergangenen beiden Schanzenfeste empfunden habe.

04.07. Die Polizei benimmt sich wie die Amerikaner bei ihren „Befreiungskriegen“ und wundert sich über den aufkeimenden Protest aus Bevölkerung und Gegentruppen (schwarzer Block).
Feuer, Steine, Wasserwerfer und das Gefühl, im eigenen Staat als Verbrecher eingestuft zu sein, weil man mal ein Bier trinken möchte, ohne das vorher mit der „Staatsmacht“ abzustimmen.

12.09. Salsa, Metal, Hip-Hop, Electro. Musikalisch haben wir es geschafft und auch die Stimmung auf dem Schanzenfest ist wirklich toll. Dazu eine „Kisscnschlacht“ jede Menge Flohmarkt, Getränkepreise, die der Rest Hamburgs noch aus den späten 80ern kennt und Einzelne Jüngelchen, die vermutlich extra über SchülerVZ Reisegruppen mit dem Wochenend-Ticket nach Hamburg gefahren sind führen sich so auf, wie ich mir das bei der Kassenwartswahl des Hintertupfinger Schützenvereins vorstellen würde.
Uniform gekleidet, mit den passenden Parolen versehen (Nastrovje Potsdam, EMP u.ä. machen´s möglich) marschieren die durchschnittlich 17 jährigen Verteidiger linken Gedankenguts auf der Schanze auf und ab, immer auf der Suche nach dem Feind.
Ob er sich wohl hinter diesen Kartons versteckt? Ne, da is keiner. Vielleicht in der Imbissbude dahinten, ne, mehr als eine Hundertschaft hätte da doch keinen Platz. „Du, ich hab gehört, die sollen auf der Schanze sein…“ „Alter, das IST die Schanze!“ „Hmmm, dann vielleicht wo anders?“

Ja, wo anders.
Denn Politik und Polizei hatten dieses Mal den richtigen Riecher und versuchte durch die Umstationierung ihrer Garden auf das Heiligengeistfeld die Situation zu deeskalieren.
Ich hatte ihn nicht.
In unseren letzten Artikeln haben wir behauptet, die Polizei sei Schuld an der Eskalation. Wir haben unsere imaginären Hände verbal schützend über den Großteil der Randalanten und Passierer gehalten und laut tippend „Polizeistaat“ geschrie(b)en. Wir haben unsere Meinung kundgetan, haben uns auf eine Seite geschlagen und was ist der Dank?

Ich sage euch, wo die Polizei war. Nicht da. Man hat euch getestet, hat euch vielleicht sogar einen kleinen Vertrauensvorschuss gegeben (nicht zu groß, wie ihr Bollerköppe gemerkt haben dürftet), aber ihr habt kläglich versagt. Ihr habt all denen, gegen die ihr steht, in die Hände gespielt, ihr werdet beim nächsten Mal (sollte es das geben) eure Spielkameraden wieder in großer Anzahl vorfinden, Also zieht euch warm an. Denn ihr habt Sonntag morgen bewiesen, dass man euch weder vertrauen, noch euch alleine auf die Strasse lassen kann.

Wenn ich eure Eltern wäre, Hausarrest und ohne Frühstück ins Bett.
Und Taschengeld gibt´s auch ein Jahr nicht, dann gibt´s halt keine Wochenendtickets um 5 Polizisten einen ordentlichen Schrecken einzujagen. Leider könnt ihr das nicht sehen, aber ich stand gerade, um euch einsamen Applaus für euren unfassbaren Mut zu geben, dass ihr als aufgeputschter Mob von 200 Leuten echt so viel Eier in der Hose hattet, erst einen einzelnen VERKEHRSpolizisten (haben die eigentlich Waffen) anzugreifen und anschliessend das Kommisariat 16 anzugreifen.

Man oh man, da muss euch aber das Adrenalin in die Köpfe geschossen sein, oder? Und wie ist das so, bei einem Verhältnis von rund 40 zu 1?
Ich meine, hat man da nicht Schiss, dass man nichts sieht, so in der letzten Reihe?
Ich war da, ich habe euch gesehen und es war ein trauriges Bild. Warum ich mich euch nicht in den Weg gestellt habe? Weil man bei euch relativ sicher sein kann, dass, wenn ihr euch erst mal ein paar Stunden gegenseitig aufgeheizt habt, ihr nicht mehr zwischen Feind und Freund unterscheidet. Was unterscheidet uns denn noch von der NPD, wenn auch wir einfach nur provozieren? Die haben sich am Freitag auch wieder sehr dumm verhalten, aber ihr wart auch noch gewalttätig.
Mir kam es vor, wie ein unkontrollierbarer Blutrausch, der euch da angetrieben hat.

Aber am traurigsten macht mich die Tatsache, dass ihr nicht FÜR etwas „kämpft“, sondern auch einfach nur dagegen seid. Und wenn die erste Generation der RAF wenigstens noch „dachte“, sie würden kaputt machen, was sie kaputt zu machen drohte, macht ihr kaputt, ohne zu denken. Und was noch schlimmer ist, ihr wohnt da nicht einmal.
ICH auch nicht, aber meine Freundin und Freunde und Händler, mit denen ich mich als Nachbar angefreundet habe. Und Künstler, die ich mag. Und auch Menschen, die ich nicht mag, deren Eigentum und Recht auf Selbstentfaltung ich aber trotzdem respektiere. Gut, wenn jemand sein Eigentum nutzt um Ur-Bewohner rauszukalkulieren, indem er die Miete verdoppelt, oder wenn man Randale und Körperverletzung als Selbstentfaltung wertet…
Aber das ist ein anderes Thema!

Euch hingegen ist nichts heilig, die meisten von euch sind ja nicht mal ortskundig! Für die anderen besteht Hamburg aus Schanze (um 2 Mal im Jahr auf die Kacke zu hauen) und der Reeperbahn (um sich 50 Mal im Jahr die Hucke vollzuhauen und dann betrunken in die S-Bahn zu kotzen, mit der ich zur Arbeit fahre)

Bleibt in euren Kleinstädten, euren Vororten und den Häusern eurer Eltern, denn beim nächsten Mal werde auch ich zum gewaltbereiten Schanzenbesucher, dann lege ich jeden von euch übers Knie und ohrfeige euch das Prinzip des Pazifismus ein ihr Pisser! Hosenscheisser!

In diesem Sinne, Bücher raus, wir schreiben 100 Mal: „Ich soll der Schanze nicht ihre Chance auf eine unangemeldete Feier kaputt randalieren!“

LeBambi

Alternative?

Alternative?

P.S. Wer auch immer im Senat, oder am oberen Ende der polizeilichen Nahrungskette dafür gesortgt hat, dass die Hundertschaften dieses Mal nicht wie Kim Jong Ills Garden zum Geburtstag herum patroulierten, Danke!
Schade, dass wir euch nicht beweisen konnten, dass das der richtige Weg ist und euch doch gebraucht haben.
Aber hey, einmal ist keinmal, beim nächsten Mal bitte wieder so, wir können es schaffen!

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8 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemeines, Gesellschaft, hamburg, Journalismus, medien, Politik, Satire, totalerscheiss.de

8 Antworten zu “„Und das goldene…

  1. Ich denke auch: beim nächsten Mal wird es noch besser!
    Denn die Deppen haben sich diesmal selbst ans Bein gepinkelt:
    Rückhalt in der Bewohner weg.
    Verständnis der Bewohner weg.
    Legitimation weg.

    Gewalt war halt noch nie eine Lösung!

  2. St. Pokal

    Ich danke für diesen Artikel, stimme dir voll zu und bin nach wie vor sehr traurig, dass alles so gelaufen ist wie es ist. Vorallem weil ich mich dafür als Hamburger gestern in Köln rechtfertigen musste und diese paar minderbemittelten Chaoten den Ruf unserer schönen und so lebenswerten Stadt kaputt machen.
    Danke dafür ihr Saftnasen!

  3. Fab

    ich warte schon förmlich darauf bis bei den „aktivisten“ die ersten verschwörungstheorien kommen, dass die randalierer von rechten parteien, BND, CIA, Men in Black angezettelt wurden um die Medien zu manipulieren. der als erstes nen artikel/blogpost oder so findet, geb ich nen bier aus.

    • Naja, hatte ich in meinem Artikel ja auch angedeutet. Man weiß ja nie. Dazwischen waren sicher auch welche, aber angezettelt? Weiß nicht – dann würden sich die Organisatoren hoffentlich nicht dahinter stellen – so nach dem Motto, meines Feindes Feind ist mein Freund.

  4. antjeesther

    Bravo, super Artikel.

  5. trendnest

    Bambi, an mein Herz!

    Danke für den coolen Artikel. Klar, Schanze ist immer vielfältig – von Kultur bis Politik, von Leben bis Feiern und so weiter. Aber schon der friedliche Wochenend-Ballermann der Schulterblatt-Touris reicht ja, das ist aber soweit ok und finanziert sicher auch etwas die Infrastruktur.

    Aber ein Pubertäts-Krawalljungs-Ballett wird da nun wirklich nicht gebraucht – liebe Besucher-Wochenend-Demonstranten, geht lieber Kickern, Sport machen oder füllt den Waagenbau für die letzten richtig guten Parties vor Schluss.

    Seid Demokraten und demonstriert eure Sprachfähigkeit und Intelligenz, nutzt das soziale Netz für Politik und Engagement, tut da was, statt Aufrüstung zu spielen und pubertös-hormonig die grünen Zaunwächter anzubellen…

    Einer, der jenigen, die hier seit langem in der Schanze leben

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