Offener Hass zwischen Türken und Deutschen?

Die Bundesbank heute nun Thilo Sarrazin entmachtet. Aber die von ihm losgetretene Diskusion über Einwanderer türkischer oder arabischer Herkunft geht weiter. Laut Herrn Sarrazin und nun auch laut Herrn Giordano sind Menschen dieser Herkunft nicht integrationswillig.

Eine Einführung in das von Sarrazin gesagte werde ich hier vermeiden. Fast der ganzen Bevölkerung sind diese Äußerungen bereits bekannt. In den TV-Qualitätsmedien ist das Thema in den letzten Wochen ebenso ausführlich behandelt worden. Besonders kontrovers wird das Thema in den Kommentarbereichen der Online-Auftritte der großen Tageszeitungen behandelt. Und regelmäßig müssen diese Kommentarfunktionen wegen verstößen gegen die Nettiquette abgeschaltet werden. Sollten die Kommentare dort ein Spiegelbild der Gedanken der Menschen in Deutschland darstellen, dann gute Nacht.

Die Grenzen zum Rassismus werden dort schnell überschritten. Laut einer Welt-Online Umfrage geben 51% der Deutschen ihm recht. Und Hand aufs Herz, viele Menschen in den Großstädten haben schon die eine oder andere Erfahrung gemacht, die dazu verleiten könnte, die Äußerungen beim Lesen mit einem energischen Kopfnicken zu quittieren.

Aber darauf will ich garnicht eingehen. Weder erhebe ich den Anspruch den Konflikt mit einem Klugscheisser-Blogeintrag zu lösen oder zu kommentieren. Dennoch sollte man sich selber mal einen Denkanstoß geben und sich fragen ob bei dem Thema es nicht so ist, dass eine kleine Gruppe innerhalb einer ethnischen Gruppe für die Wahrnehmung der Ganzen nach Außen sorgt? Immer wenn das Wort Muslime, Türken und Araber fällt, haben die meisten Menschen hier mittlerweile immer ein Bild vor Augen. Das Thilo Sarrazins.

Woran liegt das? Liegt das daran, dass Deutsche und Türken sich niemals zugehört haben? Liegt es daran, dass der Eine sich nie für den Lebensstil des Andern interessiert hat und nur für sich blieb? Wer als Deutscher ist einfach mal in ein türkisches „Kulturcafé“ gegangen und hat mit den Menschen geredet? Wer als türkischer Einwanderer ist mal zu einer typisch deutschen Veranstaltung wie zu einem Schützenfest gegangen und hat mal ein ungezwungenes Kennenlernen gegen alle Konventionen versucht?

Um nicht zu viele halb-rethorische Fragen zu stellen um deren Beantwortung es hier wiederum auch nicht geht: Was hat das mit dem Titel des Postings überhaupt zu tun kann man sich jetzt fragen. Ablehnung und Misstrauen entsteht auch immer dann, wenn man etwas nicht kennt und es einem Fremd ist (bitte Klugscheisser-Kommentare wie „ich reise aber auch in fremde Länder“ verkneifen, dazu ist das Thema zu relevant).

Aus Ablehnung, fremder und schlechter Erfahrung, ob am Bahnsteig, auf dem Kiez oder in der Schule, entsteht schnell Hass. Und dieses gibt es bei Türken und Deutschen sicherlich fast gleichen Maßes. Und Hass können wir nach dem letzten Jahrhundert sicher nicht mehr brauchen.

Das hier ist kein Plädoyer für Integration oder dagegen. Es geht hier nur um eins: Den Aufruf, endlich selber zu denken und Ressentiments über Bord zu werfen. Es ist egal aus welchem Land du kommst, welche Hautfarbe du hast oder ob deine Eltern Vollbärte toll finden.

Es geht nur darum ob du ein Arschloch bist oder nicht.

Und daran sollst du gemessen werden. Und nur weil du ein Arschloch bist, bedeutet das nicht, dass alle die aussehen wie du, auch Arschlöcher sind. Denn Arschlöcher sind universell und kommen nicht in einer kulturellen oder ethnischen Gruppe mehr vor, als in einer anderen.

P.S. Wenn das ganze Thema auf die Schweiz oder Österreich übertragen werden würde, gäb es diese Diskussion über uns Deutsche. Dort mag man uns nämlich nicht 😉

fab

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7 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemeines, Gesellschaft

7 Antworten zu “Offener Hass zwischen Türken und Deutschen?

  1. Hey fab,

    großartiges Statement!!!
    „Es geht nur darum ob du ein Arschloch bist oder nicht.“ ist mal wieder sehr zitierenswert.

    Gruß Finn

  2. Fab

    das lustige an wordpress z.b. das angesagteste bolg ist meisten nen blog voller rechtsradikaler:

    http://de.wordpress.com/

  3. Jawohl. Und weil A#schlöcher resistenter wie die Disteln im Garten sind, sich schneller vermehren wie die Swine Flu und gesellschaftlich elementar unentberlich sind – weil was würde man machen, wenn plötzlich 99% der Erdbevölkerung von der Oberfläche verschwinden würde – finde ich es total überflüssig zum Eierkuchen backen aufzurufen.

    Also bitte, liebe Nazis, zündet weiter irgendwelche Asylantenheime an, lasst vorlaute Studenten in den Bordstein beißen, verehrte Antifa, richtig, steinigt diese scheiß Bullen, das sind keine Menschen, alles Untermenschen, die müsst Ihr mit Molotowcocktails zur Strecke bringen. Ach, Ihr Türken seid ja auch noch da, na Ihr wisst ja eh was zu tun ist. Fickt auf Deutschland. Und wenn Ihr mit Deutschland fertig seid, lutscht Ihr den Rest von Europa aus, yeaahh.

    • Michael

      nee weil arschlöcher so resistent sind muss man ihnen auf die fresse hauen 😉
      oder besser: die grenzen zeigen. ich denke das ziehe ich für mich aus dem posting.

  4. Fibi

    wirklich guter Beitrag!!

  5. David Engmann

    Ich glaube er ist ein Arschloch, man sollte Ihm die Grenzen zeigen.

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