A couch in a city built on rock and roll – Teil 1

Also zuerst einmal: WAHNSINN!!!!! Helsinki rockt wie die Hölle.

Deshalb hier nun ein paar Fotos und ein Tagebuch der 3-Tage-Erfahrung (inklusive Couchsurfing in Teil 2). In Teil 3 findet Ihr eine Beschreibung der Bars, die wir nach eigener Anschauung für metaltauglich halten. Außerdem haben wir weitere Tipps gesammelt. All das nur für Euch.

Mit einem unverschämt günstigen Flug von Air Berlin sind wir am Donnerstag um 10 Uhr von Hamburg nach Helsinki geflogen. Da Finnland eine Stunde vor ist landeten wir nach einer wunderschönen Flugaussicht um 13 Uhr Ortszeit. Dank der unglaublich guten Vorinformationen unseres Couchsurfinghosts wußten wir bescheid. Ein regionales 3-Tagesticket würde all unsere Wünsche erfüllen. Die bekommt man entweder am Automaten oder in den Kioskis, die da so rumstehen.

Als wir den Flughafen verließen traf uns eine kalte Welle. Wir hatten extra geschaut. Nur 2 Grad Unterschied zu HH, das kann doch nicht so krass sein? Doch, kann es. Wir zogen uns also noch einen Pulli mehr an und die Mützen tiefer ins Gesicht und warteten auf den Bus. In der Sonne dann, so ohne einen Windhauch wurde es auf einmal wieder richtig warm – verrückt. Aber wir ließen uns dadurch nicht täuschen 😉

Während der Busfahrt mit dem 615 zum Bahnhof kamen wir schon in den Genuss der finnischen Sprache, die sich für uns natürlich irgendwie lustig anhörte. Und auch auf den Plakaten war die Übermacht der Umlaute, allen voran dem Ä – sehr beeindruckend.

Im Ernst, das heißt Tierarzt

Im Ernst, das heißt Tierarzt

Am Bahnhof dann begegneten wir wieder ausgesprochen freundlichen und hilfsbereiten Menschen. Jeder dort schien englisch zu können, eineige sogar deutsch! Wir schlossen unseren Koffer ein und machten uns auf Erkundungstour. Zunächst einmal stellten wir fest, dass wir vergessen hatten ein Handtuch mitzunehmen und auch etwas Hunger sich breit machte. Also war das nahgelegene Shoppingzentrum unser erstes Ziel. Auf dem Weg dorthin sahen wir den ersten Metalhead, der etwa 4 Jahre alt war. Stolz trug er seine Lordi-Mütze 🙂

Es war gar nicht so einfach in das Einkaufszentrum reinzukommen, wir hatten uns direkt in die Katakombe leiten lassen und bis wir da wieder raus waren… aber egal. Dafür fanden wir einen kleinen aber feinen und sehr gut sortierten Plattenladen mit dem Fokus auf Rock.

Dort hing dann auch das Entombedplakat und wieder rief es mir schmerzlich in Erinnerung, wen wir alles NICHT werden sehen können, weil unser Budget dafür nicht ausreicht. Man stelle sich das vor: An einem Abend Entombed, Amorphis und Keith Caputo in einer Stadt. Gut, dass der Likörladen direkt daneben war – Alkohol als angemessene Lösung. Doch, oh Schreck, diese Preise waren mal extrem stolz… Eine Flasche Wein kostet mindestens 7 EUR. Also rüber in den Supermarkt und checken, wie es dort aussieht. Bier 3-4 EUR – uns schwante Übles für die Preise in den Kneipen. Auf dem Weg raus sahen wir einige ältere Damen an den unzähligen Spielautomaten (!) stehen. Sie zockten Poker…

Nunja.

Auf dem Weg zu dem Handtuchverkaufsladen unseres Vertrauens drang Essensgeruch der angenehmen Sorte in unsere Nasen. Ja, nun fiel es auch uns auf: Wir hatten Hunger. Wie offensichtlich alle Verkäufer in Finnland war auch dieser einer, der gern laut wurde, um auf sich aufmerksam zu machen. Wir nahmen sein Angebot von 2 Kebaptellern mit Pommes und 2 Cola für 8 EUR dankend an. Der Verkäufer, als er realisierte, dass wir aus Deutschland sind, strahlte uns an mit den Worten: „Meine erste Frau war auch Deutsche!“… gut… WIE auch immer…

Nachdem wir uns mit allem Fehlenden versorgt hatten starteten wir eine Erkundungstour zu Fuß. Grob erstmal Richtung Wasser war die Devise. Auf dem Weg dorthin fanden wir eine Kirche, die Kuppeln hatte, blaue Kuppeln mit goldenen Sternen. Oh und Säulen, und Figuren. Es entbrannte eine Diskussion, welcher Art von Kirche wir nun gegenüberstanden. Wirklich überrascht war ich (kreativgeschwister) dann, dass es tatsächlich eine lutherische Kirche war. Wir erklommen die Milliarden Stufen und sahen uns dann in der Kirche um. Ganz nett, war aber nicht das, was es außen versprochen hat.

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Wieder draußen sahen wir dann aber sehr gut, wohin uns die Reise verschlägt, wenn wir zum Wasser wollen. Vorher sprachen uns 3 junge Damen an, die von sich ein Foto haben wollten. Als sie erfuhren, dass wir Deutsche sind kicherte die kleine Südkoreanerin und sagte „Hallo, wie geht’s?“ Das wars dann auch mit ihrem Wissen, aber sie freute sich sichtlich. Auf dem Weg die Treppen runter fragte ich LeBambi „Sag mal die Südkoreaner sind die guten Koreaner, oder?“

Beim Spaziergang fielen uns neben dem umwerfenden Wetter auch folgende Dinge auf:

  • die Finnen sind ziemlich stylish, Einheitsbrei in der Kleidung sucht man vergebens
  • es sind viele Kutten unterwegs
  • ein Großteil der finnischen Männer sieht aus wie ein Vikinger, lange Haare, Bart (vielleicht sogar geflochten)
  • Kutten tragen gehört zum Stadtbild
  • die Geschäfte haben Lautsprecher zur Straße und knallen ihre Werbung in die Welt
  • Wenn Musik läuft, dann ist es Rock (meist aus den 80ern und 90ern

Auf dem Weg dorthin gab es auch viel schönes zu sehen.

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So ein Kirchending am Hafen

So ein Kirchending am Hafen

Angekommen am Hafen realisierten wir, dass wir zu weit links waren, um direkt bei der Fähre zur Festungsinsel zu landen. War aber nicht schlimm, denn wir liefen direkt auf  die ML Relandersground zu, ein Schiff, welches als Café genutzt wurde. Die dampfenden Becher dort reichten, um uns zu überzeugen. Wir mummelten uns in eine Wolldecke, genossen Tee und „Oldfashioned Lemonade“ und genossen den Blick auf den Hafen mit kleinen Jollen und Segelschiffen. Die ML Relandersground ist saisonal abhängig. Dementspechend waren wir auch an einem der letzten Tage dieses Jahres dort. Mitte Oktober ist die Saison vorbei.

Schön wars da, guter Tee - und Wolldecken :)

Schön wars da, guter Tee - und Wolldecken 🙂

Oh und übrigens, Antifaschisten und Ultra St. Pauli sind überall 🙂

Antifaschisten

Antifaschisten

Ultra St. Pauli

Ultra St. Pauli

Und tolle Autos auch…

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Danach rief unser Couchsurfinghost Sampo an und wir machten uns auf den Weg zurück zum Hauptbahnhof auf dem direkten Weg (ca. 15 Minuten zu Fuß – geschlendert). Wir mussten dazu nach Lepävaara (Espoo), zwar ein Vorort, dennoch nur 15 Minuten Bahnfahrt weg.

Achso. Ja. Die Bahnen sind ausgezeichnet klimatisiert 🙂

Der nächste Tag stand unter dem Stern „Suomenlinna“, eine vor der Stadt liegenden Festungsinsel, die quasi komplett ein Museum ist (naja bis auf die Militärakademie). Mit dem 3-Tagesticket kann man die Fähre nutzen und muss nicht in die teuren Touristenschiffe. EInfach darauf achten, dass man ein Schiff der Linie HKL erwischt.

Die Fahrt dauert etwa zehn Minuten, und es ist auch direkt die nächste Haltestelle. Rechts runter ist die Militärakademie, wenn ich es richtig verstanden habe.

Nun muss ich gestehen, dass wir den halben Tag verschlafen haben (das war auch mal bitter nötig) und wir deshalb weder ins Museum noch in sonst irgendeine öffentliche Einrichtung konnten. Zudem hatte auch hier die Wintersaison zugeschlagen. Nichtsdestotrotz ist es ein atemberaubender Blick, man kann die Insel locker zu Fuß umrunden und sich auf die Felsen setzen und sogar etwas klettern, wenn man mag. Ich persönlich war aber scharf darauf, die Tunnel zu erkunden!

Die komplette Insel ist von einer Mauer umrundet (klar, ist ja auch eine Festungsinsel), es gibt unterirdische Gänge, die man sogar zum Teil begehen kann. Auch wenn man zum verschlafenen Pack gehört.

Wir also rein. Und ich schlag mir den Schädel ein 🙂 Man braucht wirklich (und ich scherze nicht) eine Taschenlampe!

Hier ein paar Fotos:

Café

Café

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Oh, und es gibt auch imposante Wikingerhelme

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und Kanonen…

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und Emos… (Hintergrund)

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auf die wir dann die Kanonen ausgerichtet haben

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Es ist einfach unfassbar schön.

Wieder zurück und ordentlich durchgefroren wollten wir uns in diesem ganzen Low-Budget-Gedöns auch was gönnen. Dazu hatten wir vorab in der Touristeninfo nach einem günstigen finnischen Restaurant gefragt. Was hier günstig heißt, das durften wir dann erfahren. Wir besuchten das Aino.

Dort hatten wir einen wirklich schönen Abend, bestellten einmal Fisch, einmal Rentierfleisch und zum Nachtisch Lepplandkäse mit Preiselbeeren sowie Schokokuchen. Dazu gönnten wir uns eine Flasche Wein. Das Ganze kostete uns über 100 EUR. Das tat weh. Auf der anderen Seite: es war wirklich ein sehr schöner Abend.

Von dort aus ging es dann los zur Cluberkundungstour (siehe Teil 3).

Oh und am letzten Morgen sahen wir unseren ersten Frost. Damit dürfen WIR schon Grünkohl essen.

kreativgeschwister und LeBambi

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Allgemeines, foto, Fun, Reise

Eine Antwort zu “A couch in a city built on rock and roll – Teil 1

  1. werbespott

    Ihr hattet eure Handtücher vergessen???
    Zur Strafe 3X per Anhalter durch die Galaxis lesen!
    😀

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