Beraten und verkauft…

Guten Morgen, äh… Mahlzeit!

KlingelingWeihnachten ist jetzt offiziell rum, das Fest der Liebe, ein bisschen auch eine Feier des Konsums, eine Zeit in der die Menschen an Familie und auch ein bisschen an ihre Religion gedacht haben.
Eine Zeit in der wir alle zusammengerückt sind und ein bisschen an andere gedacht haben.

Tja, da wir alle irgendwann auch einmal Privatleute sind, dachten wir mal ausnahmsweise nicht an uns, oder unseren Job. Und so hat es auch Ulrich Blum, studierter Wirtschaftswissenschaftler und seines Zeichens Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle, gemacht. Der Gute fordert in dieser sakralen Zeit eine Ethiksteuer. Das heißt nicht, dass Menschen, die unethisch handeln mehr bezahlen sollen, als solche, die sich um die Gesellschaft verdient machen. Nein, das heißt nur, dass Herr Blum in einem Land, in dem Staat und Religion streng getrennt sein sollten besorgt feststellt, dass immer mehr Menschen aus der Kirche austreten. Und um diesen Trend zu bremsen, sollen Menschen, die in Ihrer Religion keine Berufung mehr sehen ihr gespartes Geld eben an soziale Einrichtungen wie das Rote Kreuz spenden.
Wäre auch schlecht, wenn es mein Verständnis wäre. Man stelle sich mal vor, dass Wirtschaftsbosse, Bankvorstände, Politiker und andere Personen öffentlichen Des-Interesses für ihr unethisches Handeln bezahlen müssten. Da hätten wir aber einen ganz ganz schlimmen Salat.

Interessant an dieser Aussage diesem Vorschlag finde ich, dass mal wieder oktruiert werden soll, dass etwas, was keiner zu brauchen denkt vom Staat gerettet werden soll. Das entspricht in groben Zügen dem, was unsere Volksvertreter von sozialer Marktwirtschaft verstehen. Wenn sich etwas nicht alleine durchsetzt, dann prügeln wir es eben mit Staatsgewalt durch. Nach der SPD und Opel jetzt also die Religion. Ich habe so ein Gefühl, dass das ein Akt der Nächstenliebe ist. „Vater Staat“ weiß eben, was gut ist für seine Kinder ist (was in diesem Sinnbild dann wir unmündigen Bürger sind). Und da wir uns selbst nicht im Griff haben, werden wir alle zur Hölle fahren, wenn Herr Blum es nicht schafft uns am Kirchenaustritt zu hindern.

Das heisst ja letztlich nichts anderes, als dass mal wieder ein Unternehmen n icht wirtschaftlich gearbeitet hat. Und weil das Unternehmen nicht die Schuld an der Fehlplanung haben kann, sind eben wir Schuld.

Gut, meine Wutrede hat einen Haken. NOCH ist überhaupt nichts entschieden, da Herr Blum nicht die politische Macht besitzt, so etwas durch zu winken, aber, dass ein Wirtschaftswissenschaftler überhaupt auf so eine Idee kommt ist schon witzig.Nicht, dass wir dringlichere Probleme hätten, oder es an der Zeit ist, dass man dem Bürger einmal die Möglichkeit geben sollte sich zu emanzipieren…NEEEEEIIIINNNNN! Denn wenn wir erst einmal auf die Idee kommen, aus diesem System von Steuer und Abgabe auszuscheren, wer garantiert dann, dass wir nicht irgendwann auf die Idee kommen Parteien abzuwatschen, oder Gesetzesenwürfe zu hinterfragen. DAS wäre wirklich schlimm, ein Volk, das versteht und hinterfragt, was ihm da aufgetischt wird.

Leider gibt es noch zu viele Leute, die nicht sehen können, oder wollen, wie viel schief läuft. Noch viel schlimmer ist, dass ausgerechnet die paar Menschen, die es sehen können und wollen sich mit der einfachen Formal „Was sollen wir denn machen?“ aus der Verantwortung ziehen. Ich kenne selbst genug davon. Und das lustige daran ist, wenn man dann darüber nachdenkt, etwas zu ändern, dann geht es gleich um Revolte, Revolution, Steine, Feuer und Blut.

Und das kurz nach Weihnachten 🙂

Nein nein, wir alle sollten noch einmal zur Post gehen, uns eine hübsche Nach-Weihnachtskarte suchen und unserem Lieblingsabgeordneten einen kleinen Neujahrsgruß schicken.
Ich überlege noch, wer es wird, Schäuble, Guttenberg, van der Leyen…

Lasst euch überraschen.

In diesem Sinne, frohes Fest und den Menschen Frieden auf Erden.

Le Bambi

P.S. Ich hab Ursula geschrieben, wir kennen uns ja schon etwas besser…

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Allgemeines, Gesellschaft, Politik

Eine Antwort zu “Beraten und verkauft…

  1. Michaela

    ekelhafte scheinheiligkeit. das einzige, was mir an dem ganzen gedanken im ansatz sinnvoll erscheinen kann, ist: wer mehr hat, als er braucht, sollte ggfs mal drüber nachdenken, was abzugeben an die, die nichts haben. den anlass dafür such ich mir aber gerne selber aus. aktuell z.b. diesen
    http://kristinhersh.cashmusic.org/vic/
    hintergrund dazu:
    http://latimesblogs.latimes.com/music_blog/2009/12/vic-chesnutts-deathobsessed-folk-cuts-deep.html
    quittung brauch ich nicht. amen.

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