Ein bißchen mehr Solidarität

© Rike / PIXELIO

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Ich gebe es ja zu. Auch ich brauchte erst einen Anstoß, mich mit dem Thema Nachbarschaftshilfe auseinanderzusetzen. Das war der Unfall meiner Großmutter, der dafür sorgte, dass sie 6 Wochen bewegungsunfähig war.

Ich kann sagen: Es macht mich froh, dass es in ihrer Nachbarschaft Menschen gab, die sich bereit erklärt haben, ihr behilflich zu sein. Sei es beim Einkaufen, sauber machen oder einfach nur mit einem Ohr und einem Stück Kuchen auf einen Tee vorbei zu kommen.

Darum habe ich mich erkundigt, was ich in meiner Nachbarschaft tun kann.

Alle reden von Social Media und ich nehme mich nicht raus, wenn es darum geht, dass man mehr vor dem Rechner sitzt als mal vor die eigene Haustür zu gehen. Viele kennen nicht mal ihre Nachbarn, eine der einfachsten Möglichkeiten, sozial zu interagieren. Und wissen nicht, ob sie vielleicht helfen können. Und ob dieser Nachbar vielleicht auch einem selbst viel geben kann. Das Thema Nachbarschaftshilfe ist nicht neu, aber immer noch irgendwie diffus. Ich machte mich nun also auf die Suche.

Dabei ging es mir nicht darum, in soziokulturellen Zentren rumzustreunern, weil ich glaube, dass die Menschen sich dort gewiss gegenseitig unterstützen. Vielmehr geht es mir um die Menschen, die nicht mehr vor die Haustür gehen. Die einsam sind.
Was macht man nun? Spricht man im Supermarkt die älteren Leute einfach an? Ich fänd das befremdlich, also habe ich das verworfen.

Beim Besuch meines Hausarztes entdeckte ich dann einen Flyer des ASB, die das Thema Nachbarschaftshilfe organisieren. Das erscheint mir sinnvoll, denn viele der einsamen Menschen haben als einzigen Außenkontakt ihren Pflegedienst.

Was bedeutet Nachbarschaftshilfe denn nun genau?

Die Ausgestaltung des Nachbarschaftsverhältnisses ist frei. Lediglich Pflege und Haushaltsleistungen sind ausgeschlossen (wahrscheinlich, weil man die auch bezahlen kann). Spaziergänge, Gespräche, Vorlesen und Einkaufen sind aber offensichtlich nicht bezahlbar.

Ich habe nun am Montag einen Termin beim ASB und werde es mir anhören. Die gute Dame war sehr glücklich als ich anrief, offensichtlich brauchen sie mehr Leute, die die menschliche Komponente der Betreuung übernehmen.

Sie wird mich nun „prüfen“ und dann mit mir zu einem ihrer Schützlinge gehen und mich vorstellen. Ich werde hier weiter über meine Erfahrungen, auf die ich mich schon sehr freue, berichten.

Wenn Ihr also auch schon mal darüber nachgedacht habt, dann kontaktiert doch den ASB in Eurer Nähe. Viele Menschen werden es Euch danken.

bg, kreativgeschwister

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemeines, Gesellschaft, hamburg

2 Antworten zu “Ein bißchen mehr Solidarität

  1. wow, scheint schon was zu bringen. Zwei meiner Freunde haben sich nun auch angemeldet für die Nachbarschaftshilfe. Weiter so!

  2. So, nun habe ich meine erste „Nachbarin“ kennengelernt – so kurz bevor ich das Land verlasse…

    Der ASB tat sich sehr schwer jemanden zu finden (mir gelinde gesagt unverständlich).

    Nun riefen sie mich aber an. Eine ältere Dame aus Hasselbrook (nicht gerade die Nachbarschaft von St. Pauli) sucht jemanden, der sie gelegentlich auf den Friedhof begleitet. Wer den Ohlsdorfer Friedhof kennt versteht, warum man sich als 90jährige fast blinde Frau allein dort nicht so sicher fühlt.

    Ich habe mich mit der zauberhaften Dame nun schon einmal getroffen und heute ein zweites Mal, um ihr meinen Freund vorzustellen, der das für mich mit übernimmt.

    Ich kann nur sagen, dass ich einen sehr schönen Tag mit dieser Lady hatte. Wir haben viel gelacht und ihre Erfahrungen und Geschichten sind Gold wert.

    Also nach wie vor: wenn ihr könnt, macht es.

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