Wir haben die maximale Absturzhöhe erreicht!

Der Mensch reist gerne, sprichwörtlich „zu Wasser, zu Land und in der Luft“. Reisen erweitert den Horizont, bringt Menschen zusammen, bildet, erfüllt das Leben mit Erinnerungen und in manchen Fällen härtet es auch ab, gegen den zu Hause wartenden Bürokratenwahn und Engstirnigkeit. Ein kleiner Erfahrungsbericht zum Thema Reisebuchung…

Hallo zusammen,

so ne Scheiße. Erst wurde einem das Zugfahren madig gemacht, dann dank Feinstaubplakette und Benzinpreiswahn das Auto fahren und als ich schon beschlossen hatte eben nur noch Gegenden der Welt zu besuchen, wo man hinfliegen kann, macht Air France mir auch das noch kaputt, aber von vorne.

Ich hatte den wahnwitzigen Plan mit meiner Freundin nach Frankreich zu fahren. Da „fahren“ in unserem Kulturkreis für jegliche Form der Fortbewegung stehen kann und meine Druckerpresse gerade in der Reparatur ist, haben wir mal kalkuliert, recherchiert, generiert und ungeniert die günstigste Reisevariante gesucht. Und meine Freundin hat sie dann gefunden. Zwei Flüge von Hamburg nach Paris und wieder zurück für insgesamt 174,60 EUR. Das macht pro Person und Strecke gerade mal 43,65 EUR!!! Und mit dem Budget komm ich mit der Deutschen Bahn gerade mal von Hamburg nach Pinneberg.

Also hab ich im Februar Flüge für August gebucht. Ich glaube, dass letzte Mal, dass etwas mich betreffendes so lange im Voraus geplant wurde war der Schwangerschaftstest-Geburt-Zeitraum. Aber was soll’s, wir wussten ja, wann wir in Frankreich sein wollen, also kann man ruhig mal weit im Voraus buchen.

Und dann der Schock, lächerlich kurze 10 Wochen vor Abflug, also nach meiner neuen Zeitrechnung

Ihr Vorgang... (@RainerSturm/pixelio.de)

Ihr Vorgang... (@RainerSturm/pixelio.de)

praktisch gestern, wurde uns klar, dass meine Freundin an dem Abflugtag aus beruflichen Gründen nicht in Hamburg sein können würde. Also in einer Blitzaktion alle Möglichkeiten durchgespielt:
• Gemeinsam den Abflug verschieben – Doppelte Umbuchungsgebühr
• Den Abflugtermin meiner Freundin verschieben – Umbuchungsgebühr
• Alternativen finden – Viel zu teuer… oder nicht?
Nein, den sie fand tatsächlich einen Zug, der ganz in ihrer Nähe nach Paris fahren würde und das für unter 30 EUR!!! Tja ja, wenn es mal läuft, dann richtig.

Also hatten wir geplant, dass wir den Hinflug canceln, verfallen lassen, oder wie auch immer, gehofft, dass wir evtl. sogar noch Geld zurückbekommen und das dann mit dem Bahn-Ticket verrechnen. Dafür wollte ich einfach mal bei Air France anrufen und damit beginnt der oben angerissene Scheiß!

Nach einer ersten gelangweilt vorgetragenen Ansage, man könne momentan bereits getätigte Stornierungen auf Grund der Aschewolke nicht bearbeiten, schwante mir schon nichts Gutes. Entgegen meiner Vorahnung war die Air France Frau schnell am Apparat und zumindest nett. Damit hörte es dann aber auch schon auf. Ich liste das nachfolgende Gespräch kurz auf, weil mir sonst die Finger bluten:
• Den Hinflug nicht anzutreten geht nicht, damit verfällt automatisch auch der Rückflug… Whut? Was ist das denn für ne Logik?
na ja…
• Das Ganze Paket stornieren und einen Rückflug buchen? Kein Problem! Macht dann… Moment… 465,72 EUR.
Ähhh… 43,65 EUR vs 465,72 EUR, das ist mehr als das 10-fache!!! Macht ja auch irgendwie Sinn!
• Den Hinflug auf ein anderes Datum und einen anderen Flughafen buchen? Jap, das geht, kostet auch nur 54,09 EUR (in meiner Reisebestätigung stehen 50, aber ok.. ah… vielleicht 7% MwSt.?, ne, haut auch nicht hin… egal!)

Air France Service-Mitarbeiterin: „Soll ich das für Sie buchen?“
Ich: „Nein, warten Sie bitte noch, ich möchte das erst mit meiner Freundin klären, nicht, dass das aus irgend einem Grund nicht geht!“
Air France Service-Mitarbeiterin: „Gut, dann lösche ich die Daten wieder und sie melden sich?“
Ich: „Ja, danke, das ist nett, ich rufe wieder an. Vielen Dank!“

Ich hab das dann geklärt und abgesehen davon, dass der Termin passte, aber damit natürlich die knapp 30 EUR für die Bahn für die Katz waren, hatten wir das als deutlich günstigere Variante (Remember 465.72 EUR) verbucht. Also hab ich wieder bei Air France angerufen. Und dieses Mal ging der Ärger erst richtig los!

Watt willste? (@BerndBoscolo/pixelio.de)

Watt willste? (@BerndBoscolo/pixelio.de)

Die Wartezeit in der kostenpflichtigen Warteschleife weitete sich auf gute 10 Minuten aus. Die neue Air France Dame hatte anscheinend Probleme mit ihrem Head-Set, der Tastatur, dem System und meiner Sprache. Abgesehen davon hatte sich entweder ihr Mann von ihr getrennt, ihr Hund sich umgebracht (oder umgekehrt) und abgesehen davon das viele vor dem Telefon sitzen ihre Figur und damit ihr Leben zerstört. Jedenfalls war die Gute dermassen unfreundlich, dass ich nur hoffen kann, dass sie unser sicherlich aufgezeichnetes Telefonat nicht als gutes Beispiel bei den „Schulungszwecken“ verwenden. Kennt ihr das, wenn man sich irgendwann fragt, ob man nach dem Geschäftsführer oder seiner Mutti fragen soll, weil jemand dermaßen unhöflich ist, dass einem selbst die besten Verteidigungsfloskeln nicht mehr einfallen? So ging es mir.

Die Probleme:

„Umbuchn kosten 54,09 EUR + 65 EUR wege Ticketrücknahme!“
„Äh… Nein, ihre Kollegin vorhin meinte 54,09 EUR fix!“
„Ja stimmt, na gut, trotzdem 54,09!“

„Sagen Sie, meine Freundin hat zwischenzeitlich eine Namensänderung vollzogen…“
„Was hatte?“
„Den Nachnamen geändert.“
„Dann müsse Ticket zurückgebe, müsse neu buchen!“
„Ja, aber das bekomme ich doch dann nicht mehr zu dem Prei…“
„Lassen Sie mich reden! Ticket muss zurückgegeben werde, kostet dann zusammen 484,60 EUR!“

Kurzer Einschub: Immerhin auch nicht viel mehr, als ein einfacher Rückflug!

“ Aber sie hat eine Bescheinigung vom Amt bzgl. der Namensänderr..“
„Egal, geht nicht, so sind Regeln.“
„Moment, wollen Sie mir sagen, dass Air France ein gültiges Dokument der Bundesrepublik Deutschland einfach nicht anerkennen wird?“
„So sind Regeln bei Air France und bei Sicherheit. Sie werden nicht fliegen. Ich kann nicht umbuchen!“
„Ok, dann möchte ich den Vorgang bitte an dieser Stelle abbrechen, danke ihnen für ihre Hilfe und wünsche ihnen trotzdem einen schönen Tag.“
Schnaub „Ja, pfff, Ihnen auch!“ kurzes Geraschel, irgendetwas, dass ich auf Grund mangelnder Sprachkenntnis nicht verstehe und aufgelegt.

Die ist frech geworden!
Die war unverschämt und frech!!! Und das als Service-Mitarbeiterin! Ich glaube es hackt… Ich hab´s am nächsten morgen noch mal versucht, die Namensänderung verschwiegen und das Ticket umgebucht. Wir werden unseren Urlaub geniessen und ich hab die Franzosen trotzdem lieb. Aber sollte irgendwann noch einmal eine Reise nach Frankreich anstehen (und das ist zu vermuten), dann fahr ich mit dem Fahrrad auf der Autobahn! Das ist günstiger und kostet mich vermutlich deutlich weniger Nerven!

In diesem Sinne, alez les bleu, und wir werden trotzdem Weltmeister!

LeBambi

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Allgemeines, Gesellschaft, Produkt

Eine Antwort zu “Wir haben die maximale Absturzhöhe erreicht!

  1. oh kindergarthias …

    autobahn war aber doch irgendwas mit Maut …
    und wie war dein Spruch mit den Ketten … jaja …

    viel spass trotzdem und Frankreich ist ja so toll

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